Kristina Savić, Safà El Koura, Nadja Thoma
Schools as Sorting MachinesS. 65–82
Insights from a multi-sited linguistic ethnography on educational transitions
Kurzlink : https://www.waxmann.com/artikelART106726
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Dieser Artikel untersucht, wie sprachliche und soziale Ungleichheiten den Übergang vom Kindergarten in die Grundschule in einer amtlich dreisprachigen Grenzregion prägen. Ausgehend von soziolinguistischen Perspektiven und Forschung zu Bildungsübergängen konzeptualisieren wir Schulen als Schlüsselinstitutionen, die übergeordnete gesellschaftliche Hierarchien (re)produzieren. Aufbauend auf dem Konzept der Übergangsregime argumentieren wir dann, dass Schulen als ‚Sortiermaschinen‘ fungieren: Durch die Zuschreibung bestimmter ‚Familiensprachen‘ an Kinder werden Schüler:innen in unterschiedliche Bildungsgänge eingeordnet, die gesellschaftliche Ungleichheiten entlang von Klasse, Sprache und Migrantisierung widerspiegeln. Auf der Grundlage einer multi-sited linguistic ethnography an einer Grundschule mit deutscher Unterrichtssprache in Südtirol, Italien, sowie in sprachlich minorisierten Familien untersuchen wir, wie sich diese Sortierprozesse in der Praxis vollziehen. Wir zeigen auf, wie Lehrpersonen und Familien, die den Kindern zugeschriebenen Klassifikationen interpretieren und aushandeln und wie Schulen etablierte Muster sprachlicher und sozialer Stratifikation reproduzieren. Unsere Ergebnisse stellen Übergänge als relationale, soziopolitisch eingebettete Prozesse heraus, bei denen die Lebenschancen und zukünftigen Bildungs- und Teilhabechancen von Kindern bereits vor dem formalen Schuleintritt maßgeblich geprägt werden.
Schlagworte
Raciolinguistische Ideologien, Migrantisierung, Minorisierung, Reformpädagogik, Montessori, Südtirol
APA-Zitation
Savić, K., El Koura, S. & Thoma N. (2026). Schools as Sorting Machines: Insights from a multi-sited linguistic ethnography on educational transitions. Tertium Comparationis, 32(1), 65-82. https://www.waxmann.com/artikelART106726