S. 83–103
Eine care-ethische Analyse von Policy-Diskursen und beruflicher Kontinuität in nordischen Ländern
Kurzlink : https://www.waxmann.com/artikelART106727
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Der Lehrkräftemangel in nordischen Ländern verweist auf bildungspolitische Herausforderungen, kann jedoch auch als professionsethische Problemstellung gedeutet werden. Der Artikel rekonstruiert die professionsethischen Referenzrahmen zweier prägender nordischer Policy-Diskurse. Dabei zeigt sich, dass der demokratische Bildungsdiskurs professionsethisch auf die relationale Dimension pädagogischer Arbeit verweist, diese jedoch nur implizit als Qualitätsdimension rahmt. Demgegenüber bestimmt der Lernzielsteuerungsdiskurs pädagogische Qualität vorrangig fachbezogen, sodass relationale Aspekte pädagogischer Arbeit nur teilweise berücksichtigt werden. Insgesamt wird deutlich, dass diese Referenzrahmen das pädagogische Handlungsfeld von Lehrkräften nur unzureichend erfassen. Darauf aufbauend entfaltet der Artikel eine care-ethische Perspektive, die die relationale Dimension pädagogischer Arbeit explizit macht. Auf dieser Grundlage werden vier Faktoren für den Verbleib von Lehrkräften im Beruf identifiziert und care-ethisch kontextualisiert: (1) die Entwicklung eines professionellen Selbst, (2) die Sorge um das professionelle Selbst, (3) ein unterstützendes Arbeitsumfeld sowie (4) relative Autonomie und vertrauensbasierte Praxis.
Schlagworte
Lehrkräftemangel, Berufsabwanderung, Profession, Professionsethik, Care-Ethik
APA-Zitation
Wieser C. (2026). Professionsethik und Lehrkräftemangel: Eine care-ethische Analyse von Policy-Diskursen und beruflicher Kontinuität in nordischen Ländern . Tertium Comparationis, 32(1), 83-103. https://www.waxmann.com/artikelART106727