S. 57–76

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Abstract

In der Bildungspolitik wird angenommen, dass Lehrkräfte durch die Tätigkeit an einer deutschen Auslandsschule – so die Kultusministerkonferenz – „interkulturelle Kompetenzen“ (KMK, 2017, S. 4) erwerben. Damit wird der „Mythos“ (Leutwyler & Meierhans, 2013, S. 26) aufgerufen, dass Auslandsaufenthalte „quasi automatisch“ (ebd.; vgl. auch Mantel et al., 2020) Professionalisierungsprozesse für die Schule der Migrationsgesellschaft anstoßen. An diese Erwartung sowie auch an die theoretische Rahmung deutscher Auslandsschulen als transnationale Bildungsräume (Adick, 2017; Szakács-Behling et al., 2021) anknüpfend gehen wir in diesem Beitrag der Frage nach, welchen Stellenwert (angehende) Lehrkräfte und Schulleitungen ihren berufspraktischen Erfahrungen an einer deutschen Schule in der Türkei (retrospektiv) beimessen. Dazu präsentieren wir Grounded-Theory-Analysen (Charmaz, 2014) von biographisch-narrativ orientierten Interviews mit (angehenden) pädagogischen Professionellen, die während ihrer Auslandsdienste und auch im schulischen Alltag in Deutschland als „Migrationsandere“ (Mecheril, 2004, S. 36) adressiert und stigmatisiert werden. Zur Rekonstruktion des social boundary (un)making wird die Theorie sozialer Grenzziehungsprozesse (Wimmer, 2013) herangezogen, die sich bereits bei der Biographieanalyse von Zugehörigkeitskonstruktionen von Grundschullehrer*innen der sogenannten zweiten Einwanderungsgeneration in der Schweiz als fruchtbar erwiesen hat (vgl. Mantel, 2020).

Schlagworte
Deutsche Auslandsschulen, erziehungswissenschaftliche Transnationalisierungs- und Migrationsforschung, Biographieforschung, migrantisierte Lehrkräfte

APA-Zitation
Fißmer, J., Mantel, C. & Rosen L. (2024). „ich bin wirklich wieder zur Türkin ... geworden“ – berufsbiographische Perspektiven (angehender) pädagogischer Professioneller auf das Social Boundary (Un)Making im transnationalen Bildungsraum Deutscher Auslandsschulen. Tertium Comparationis, 30(1), 57-76. https://www.waxmann.com/artikelART105868

Tertium Comparationis