Ina Kuhn
Laboratorien des guten Lebens
Wie Utopie-Festivals eine alternative Zukunft erfahrbar machen
2024, Freiburger Studien zur Kulturanalyse, Band 9, 252 Seiten, broschiert, 36,90 €, ISBN 978-3-8309-4951-0
Wie stellen wir uns eine zukunftsfähige Gesellschaft von morgen vor? Wie wollen wir zusammenleben? Wie wird es, wenn es gut wird? Fragen wie diese haben im Kontext aktueller Krisendiagnosen Konjunktur. Auf Utopie-Festivals suchen Menschen Antworten darauf. Kritisch setzen sie sich mit ökonomischen und ökologischen Herausforderungen der Gegenwart auseinander und entwerfen alternative Formen des sozialen Miteinanders. In ihrer Ethnographie deutet Ina Kuhn diese Veranstaltungen als Laboratorien des guten Lebens. Anhand dichter Beschreibungen und Interviews mit Veranstaltenden und Teilnehmenden zeigt die empirische Kulturwissenschaftlerin, wie Menschen aus diversen gesellschaftlichen Kontexten auf Utopie-Festivals gemeinschaftlich Vorstellungen des guten Lebens imaginieren, verhandeln und bereits erproben.
Pressestimmen
Das Buch eignet sich durch die Alltagsnähe, die verständliche Sprache und das detailreiche empirische Material nicht nur für Forschende in der Kulturanthropologie, sondern auch für alle an Zukunftspraktiken und gelebten Zukünften Interessierten. Die Studie beschäftigt sich mit einem drängenden Thema und kann gerade in Krisenzeiten Wissen liefern, um gesellschaftliche Transformationsprozesse und ihr Dynamiken einzuordnen, zu verstehen und mitzugestalten.
Manuel Bolz, in: Bayerisches Jahrbuch für Volkskunde 2025, erschienen am 07.10.2025, URL: https://kblg.badw.de/kbl-digital/rezensionsportal/aktuelle-rezensionen/ansicht/detail/5703.html
Ina Kuhns Dissertation [...] ist ein eindrucksvoller Beitrag zur kulturan Erforschung zeitgenössischer Utopie-Konzepte. [...] Eine besondere Stärke des Werkes ist die enge Verknüpfung von empirischer Detailtiefe mit theoretischer Fundierung. Dabei ermöglicht die inspirierende Perspekauf die Erprobung von Zukünften im experimentellen Kontext den Leser*innen, die kulturellen Normen und moralischen Ordnungen der Gegenwartsgesellschaft als veränderbar wahrzunehmen und ein anderes Zusammenleben als vorstellbar – und in Ansätzen auch in der Gegenwart umsetzbar – zu imaginieren. Die Monografie ist daher nicht nur sehr lesenswert, sondern fungiert in ihrem Verstehensprozess fast schon selbst als eine Praxis der Selbstexploration.
Cornelia Kühn, in: Zeitschrift für Empirische Kulturwissenschaft (ZEKW), 1/2026, S. 223-224.