Franziska NikolovHanna Dumont

Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile: Schulkomposition, Schulzufriedenheit und normverletzendes Verhalten

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Abstract

In dem Beitrag wurde an einer Stichprobe von N = 2913 Neuntklässlerinnen und Neuntklässlern untersucht, ob die Entwicklung von Schulzufriedenheit und normverletzendem Verhalten im Verlauf eines Schuljahres mit der Zusammensetzung der Schülerschaft der Schule in Zusammenhang steht. Es wurde sowohl die leistungs- und herkunftsbezogene Zusammensetzung als auch die sozio-emotionale Zusammensetzung betrachtet. Die Ergebnisse der latenten Mehrebenenanalysen, in denen jeweils die Schulform und weitere Schülercharakteristika kontrolliert wurden, ergaben einen positiven Kompositionseffekt der leistungsbezogenen Schülerzusammensetzung auf die Schulzufriedenheit.Darüber hinaus zeigte sich, dass die mittlere Schulzufriedenheit der Schule einen positiven Effekt auf die individuelle Schulzufriedenheit hatte. Auch bezüglich des Anteils an Lernenden mit regelmäßig normverletzendem Verhalten an der Schule zeigte sich ein positiver Kompositionseffekt auf das individuelle normverletzende Verhalten. Die vorliegenden Befunde erweitern bisherige Erkenntnisse zu Kompositionseffekten, indem sie aufzeigen, dass auch sozio-emotionale Merkmale von der Zusammensetzung der Lernenden bedingt werden und gleichzeitig als Kompositionsmerkmale fungieren können.

Schlagworte
Kompositionseffekte, Normverletzendes Verhalten, Peer Contagion, Schulzufriedenheit