Julia KlugMara GerichBernhard Schmitz

Kann die diagnostische Kompetenz von Gymnasiallehrkräften durch ein Training und den Einsatz eines Tagebuchs gefördert werden?

Kurzlink: https://www.waxmann.com/artikelART102884

freier Download

Abstract

Diagnostizieren zählt zu den zentralsten Kompetenzen von Lehrkräften. Bisher wurde die diagnostische Kompetenz meist als Urteilsgenauigkeit operationalisiert. Kürzlich wurde ein Prozessmodell entwickelt und empirisch überprüft, das den Diagnoseprozess beschreibt, den Lehrkräfte zum Ziel der Diagnostik und Förderung durchlaufen. Es konnte gezeigt werden, dass es noch großen Förderbedarf gibt. Zum Ziel der Förderung nahmen 47 Gymnasiallehrkräfte an der vorliegenden Studie teil, die drei quasi-experimentellen Bedingungen zugeteilt waren: Einer Wartekontrollgruppe (n = 17), die nicht am Trainingsprogramm, aber wie die anderen beiden Gruppen auch am Prä- und Posttest teilnahm, Versuchsgruppe 1 (n = 15), die das Trainingsprogramm bekam und Versuchsgruppe 2 (n = 15), die zusätzlich über vier Wochen halbstandardisierte Tagebücher bearbeitete, um die Umsetzung ihrer diagnostischen Handlungen im Unterricht zu überwachen. Zur Evaluation wurden sowohl Prä-Post- als auch Zeitreihenanalysen durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass durch das Trainingsprogram insbesondere die Kompetenzen von Lehrkräften vor und während des Diagnostizierens gesteigert werden konnten. Das Tagebuch erwies sich als hilfreiches Instrument um den Transfer in den Unterricht zu messen. Allerdings zeigte sich kein zusätzlicher Interventionseffekt, der über den des Trainingsprogramms hinausgeht. Trainingsprogramms und Tagebuch können als hilfreiche Tools in der Lehrkräfteaus- und -weiterbildung verwendet werden.

Schlagworte
Trainingsprogramm; Diagnostische Kompetenz; Prozess; Tagebuch; Zeitreihenanalyse