Kollektive Visualisierungen in Fotocommunities

Manuela Barth

Kollektive Visualisierungen in Fotocommunities

2016,  Münchner Beiträge zur Volkskunde,  Band 45,  376  Seiten,  broschiert,  39,90 €,  ISBN 978-3-8309-3525-4

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Internetplattformen für die Veröffentlichung von Fotos wie beispielsweise Fotocommunity und Flickr bestehen erst seit etwa 15 Jahren, sind aber bereits so populär, dass sie fraglos zum Alltag von Fotoamateur_innen gehören. Tatsächlich geht aber mit der Digitalisierung als neue Möglichkeit, Bilder zu gestalten, zu zeigen und zu kommentieren, sowohl ein Wandel der Fotografie als auch eine Neubewertung von Amateurtum einher. Beides wird in der vorliegenden Arbeit erschlossen und dabei abseits von der vereinfachenden Rede vom Paradigmenwechsel ein differenziertes begriffliches und methodisches Instrumentarium entwickelt, um das komplexe Feld der Visualisierungen in und von Communities abzustecken. Auf diese Weise werden die vielfältigen Praktiken des Fotografierens, Besprechens und Veröffentlichens sowie die Bildung und Identität von Fotocommunities selbst auf der Basis eingehender Feldforschung detailliert untersucht. Außerdem stehen die darin eingelassenen Abgrenzungen und Zuschreibungen zur Disposition, die teilweise unscharf werden und dadurch umkämpft sind.

Neben der Frage, wie sich fotografische Prozesse von Amateur_innen in Fotocommunities gestalten, stehen die Subjekte und Objekte von Visualisierungen und die (auch nichtvisuellen) Praktiken, in welche sie eingebettet sind, im Fokus der Studie. Neu bestimmt werden damit die unauflöslichen Verknüpfungen zwischen den Protagonist_innen und den kollektiven Prozessen, Praktiken und Techniken des Visualisierens.

Pressestimmen

Manuela Barth hat sich der bedeutenden Aufgabe angenommen, eine überfällige Forschungslücke pointiert zu designieren und allgemein verständlich zu bearbeiten. Ihre theoretischen Überlegungen sollten als Grundlage jeder kulturwissenschaftlich-fotografischen Arbeit herangezogen werden.
Claudia Jürgens in: Zeitschrift für Volkskunde, 2/2017