Regine MüllerDirk Nüsken (Hrsg.)

Child Protection in Europe

Von den Nachbarn lernen – Kinderschutz qualifizieren

2010,  Soziale Praxis,  336  Seiten,  E-Book (PDF),  26,90 €,  ISBN 978-3-8309-7403-1

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In vielen Ländern findet eine lebendige innerstaatliche Diskussion über die Situation und die Zukunft des jeweiligen nationalen Kinderschutzsystems statt. Was bei uns Kevin, Lea-Sophie oder Lara sind, sind Victoria Climbié, Savanna oder Baby P. bei unseren europäischen Nachbarn. Die Namen dieser Kinder stehen für tragische Fälle von Misshandlung und Vernachlässigung, die die Berichterstattung der Medien und die Fachdiskussionen in zahlreichen europäischen Ländern in den letzten Jahren geprägt haben. Als Reaktion darauf entstand eine Vielzahl von durch Politik und Praxis initiierten Initiativen und Programmen.

Die internationalen Ansätze machen deutlich, dass die Herausforderungen im Kinderschutz insbesondere im Spannungsfeld von Prävention und Intervention, von parteilicher Hilfe und ordnungsrechtlicher Kontrolle liegen. Zu einigen nationalen oder regionalen Programmen und Initiativen liegen mittlerweile einschlägige Erfahrungen und vor allem Ergebnisse in der Begleitforschung vor. Dabei geht es etwa um systematisches Wissen darüber, wie niedrigschwellige und diskriminierungsfreie Zugänge zu Maßnahmen im Kinderschutz geschaffen werden können, oder um die Frage nach erfolgversprechenden Organisationsformen und Kooperationsbeziehungen der jeweils beteiligten Akteure.

Dieses Wissen auch für den deutschsprachigen Raum offenzulegen und die Relevanz internationaler Forschung zu verdeutlichen, war das Ziel der internationalen Tagung Child Protection in Europe, deren Beiträge hier versammelt sind. Der Band vermittelt dank seiner internationalen Ausrichtung eine Vielzahl unterschiedlicher Kinderschutz-Philosophien, die vor dem Hintergrund wechselseitiger Lernprozesse im Kontext der rechtlichen Rahmenbedingungen diskutiert und auf ihre Potentiale und Risiken für einen zeitgemäßen Kinderschutz untersucht werden können.