Wolfgang Lambrecht

Wissenschaftspolitik zwischen Ideologie und Pragmatismus

Die III. Hochschulreform (1965-71) am Beispiel der TH Karl-Marx-Stadt

2007,  Internationale Hochschulschriften,  Band 496,  400  Seiten,  E-Book (PDF),  31,40 €,  ISBN 978-3-8309-6853-5

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Die III. Hochschulreform (1965-71) kann mit Recht als einschneidendstes Ereignis der Hochschulgeschichte der DDR bezeichnet werden. Sie ist jedoch nicht isoliert zu sehen, sondern als Teil umfassender Reformen des Wirtschafts- und Wissenschaftssystems der DDR. Ferner baute sie auf Veränderungen auf, die zuvor im Rahmen der "sozialistischen Umgestaltung" des Hochschulwesens der DDR durchgeführt worden waren. Der Veranschaulichung dieses gewaltigen Umwälzungsprozesses dient die Technische Hochschule Karl-Marx-Stadt, als Prototyp der "sozialistischen" Hochschulidee 1953 gegründet. Die Reorganisationsbemühungen in der DDR waren jedoch keine nationale Besonderheit, sondern Reaktion auf internationale, zum Teil systemübergreifende Herausforderungen. Aus diesem Grunde wird die III. Hochschulreform mit den etwa gleichzeitig ablaufenden Bemühungen in der Bundesrepublik kontrastiert hinsichtlich der Frage, ob es, trotz systembedingt gänzlich konträrer gesellschaftspolitischer Intentionen, nicht bezüglich der pragmatischen Beweggründe systemübergreifende Analogien gibt. Ein Ausblick beschäftigt sich schließlich mit eventuellen "langen Linien" der III. Hochschulreform, die in ihrer Zielsetzung bis in die heutige Zeit reichen.

Autoreninfo

Wolfgang Lambrecht, 1973 geboren, 2001 Staatsexamen in Geschichte und Französisch an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, 2001–2003 Mitautor der Hochschulgeschichte "Von der Königlichen Gewerbeschule zur Technischen Universität – Die Entwicklung der höheren technischen Bildung in Chemnitz 1836–2003", Promotion zum Dr. phil. an der TU Chemnitz 2007.

Pressestimmen

Lambrecht ist mit dem Anspruch angetreten, die III. Hochschulreform in der DDR zu rekonstruieren und dabei insbesondere das Spannungsverhältnis zwischen politischen Reformabsichten und Anpassung derselben an Gegebenheiten aufzuzeigen. Das gelingt ihm, indem er seine kleinteilige historische Analyse der Implementation von Reformen verknüpft mit der gleichzeitigen Einbettung in die übergeordneten ökonomischen Geschehnisse und einen Vergleich mit den Hochschulreformen in der BRD.
Carla Aubry unter H-Soz-u-Kult vom 22.12.2008.