Die Schule der Freundschaft

Lutz Rainer ReuterAnnette Scheunpflug
Unter Mitarbeit von Matthias BoppKatrin LohrmannDaniel PaaschJane SchuchClaudia StandfestMathias Tullner

Die Schule der Freundschaft

Eine Fallstudie zur Bildungszusammenarbeit zwischen der DDR und Mosambik

2009,  Bildung in Umbruchsgesellschaften,  Band 6,  328  Seiten,  E-Book (PDF),  19,90 €,  ISBN 978-3-8309-6703-3

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Dieser Band befasst sich mit der sozialistischen Entwicklungszusammenarbeit der DDR auf dem Gebiet des Schul- und Berufsbildungswesens. Von 1982 bis 1988 besuchten 900 Jugendliche aus der Volksrepublik Mosambik eine Internatsschule im Bezirk Magdeburg, um eine allgemeine Schulbildung sowie eine Facharbeiterausbildung zu erhalten. Aufgabe der eigens für diesen Zweck errichteten Schule war die Qualifizierung von Facharbeitern für den Aufbau der sozialistischen Gesellschaft Mosambiks. Zugleich versprach sich die Partei- und Staatsführung der DDR, mit Hilfe dieser Facharbeiter ihre mit Gemeinschaftsunternehmen in Mosambik verfolgten wirtschaftlichen Interessen realisieren zu können. Die Studie dokumentiert an dem für die Bildungsentwicklungshilfe der DDR bedeutsamen Beispiel die Effekte sozialistischer Erziehung im internationalen Kontext und deren Verstrickung in die Innen- und Außenpolitik sowie die Wirtschafts- und Entwicklungspolitik. Neben der Rekonstruktion des politisch-pädagogischen Projekts werden u.a. Fragen des Umgangs mit Religion und kultureller Differenz sowie Aspekte der Fremdenfeindlichkeit und des Einflusses der Staatssicherheit untersucht.

Pressestimmen

Die Studie dokumentiert [...] die Effekte sozialistischer Erziehung im internationalen Kontext und deren Einbettung in die Innen- und Außenpolitik [...] [N]icht zuletzt [werden] Fragen des Umgangs mit Religion und kultureller Differenz sowie Aspekte der Fremdenfeindlichkeit und des Einflusses der Staatssicherheit untersucht. [...] Das Buch ist mit großem Engagement geschrieben worden. Aus den entsprechenden Archiven sind die relevanten Akten genutzt und Interviews [...] geführt worden.
Ulrich van der Heyden in: Sitzungsberichte der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin. Nr. 95(2008).

Selten ist ein Schulprojekt so eingehend, methodisch vielseitig, die verfügbaren Quellen aller Provenienz nahezu ausschöpfend bildungshistoriografisch beschrieben worden wie im vorliegenden Fall. [...] Insgesamt bringt die Fallstudie nicht unbedingt generell neu, aber gerade für die historiografisch vergleichsweise noch immer wenig aufgeschlossenen Schul- und Erziehungsverhältnisse in der späten DDR gleichermaßen symptomatisch wie spezifische Befunde. [...] das Buch könnte auch ein Baustein für eine noch ausstehende Darstellung zur Geschichte deutscher Schulprojekte in außenpolitischen Kontexten sein.
Gerd Geißler in: Erziehungswissenschaftliche Revue. 7. Nr. 2/2008. vom 28.04.2008.