Margrit Stamm

Evaluation und ihre Folgen für die Bildung

Eine unterschätzte pädagogische Herausforderung

2003,  Internationale Hochschulschriften,  Band 419,  444  Seiten,  E-Book (PDF),  31,40 €,  ISBN 978-3-8309-6309-7

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Evaluation kann im gesamten deutschsprachigen Raum eine seit Jahren anhaltende Hochkonjunktur verzeichnen, der durch die internationale Schulleistungsvergleichsevaluation PISA zusätzliche Brisanz beschieden ist. Ohne ihre tatsächlichen Wirkungen zu kennen, besteht nach wie vor die unhinterfragte Gewissheit, Evaluation trage tatsächlich und in jedem Fall zur Qualitätssteigerung und Qualitätsentwicklung von Bildungsleistungen und Bildungsprogrammen bei.

Diese Studie untersucht die Folgen von Evaluation anhand der Frage, ob, wie und unter welchen Bedingungen Evaluationsergebnisse rezipiert und in Veränderungsmaßnahmen überführt werden, welche Bedingungen Nutzungsprozesse begünstigen oder falsche Nutzung verringern. Sie zeigt im Ergebnis, dass Evaluation ihren Anspruch, ein Element von und ein Wegweiser zur Umsetzung von Evaluationswissen zu sein und damit ein Paradigma der Steuerungsinstanz zu verkörpern, noch nicht eingelöst hat.

Autoreninfo

Prof. Dr. Margrit Stamm, bis 2012 Ordentliche
Professorin für Erziehungswissenschaft an der Universität Fribourg (CH). Seit Oktober 2012 Direktorin des Forschungsinstituts Swiss Education mit Sitz in Bern. Forschungstätigkeit in der internationalen Bildungs­forschung in verschiedenen Ländern. Gast­professorin an diversen Universitäten im In- und Ausland.
Aktuelle Forschungsschwerpunkte: Frühkindliche Bildungsforschung; Bildungslaufbahnen vom Vorschulalter bis zum späten Erwachsenenalter; Berufsbildungsforschung, Talent und Migration. Abweichendes Verhalten im Jugendalter (Schulabsentismus und Schulabbruch).

Pressestimmen

Für Wissenschaftler ist dieser Band eine Fundgrube, wenn Evaluationsprojekte konzipiert werden sollen. Gerade durch die zunehmende Forderung nach Selbst- und Fremdevaluation ist es wichtig, nicht nur aus einem vorwissenschaftlichen Alltagsverständnis an Evaluationen heran zu gehen, sondern aus einer gründlichen Auseinandersetzung mit diesem Thema professionell handeln und argumentieren zu können.
Auch Mitarbeitern in der Bildungsverwaltung und Bildungspolitikern ist dieser Band zu empfehlen, weil er den Anschein korrigiert , "als ob Evaluationen schnelle und einfache Entscheidungen möglich machen"
Peter Wendt in: Grundschule. H. 9/2006. S.

Die gut lesbare und nachvollziehbare Arbeit regt zur intensiveren Beschäftigung mit dem Themenfeld Evaluation und seiner gesellschaftlichen Bedeutung an und liefert Pädagogen wichtige Argumente für die hierzu sicher noch notwendig werdende Nutzungsdebatte.
Monika Uemminghaus in: Grundlagen der Weiterbildung, H. 6/2004, S. 280f.