Schule zwischen Region und Europa

Solvejg Jobst

Schule zwischen Region und Europa

Zum Stellenwert der europäischen Bewusstseinsbildung in tschechischen und sächsischen Lehrplänen - theoretische Diskussion und vergleichende Analyse

2004,  Internationale Hochschulschriften,  Band 418,  336  Seiten,  E-Book (PDF),  25,20 €,  ISBN 978-3-8309-6306-6

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Die Entwicklung eines Europabewusstseins wird von der deutschen Bildungspolitik sowie von nationalen Beschlüssen wie dem KMK-Beschluss "Europa im Unterricht" als Grundlage für eine europäische Bürgergemeinschaft intensiv diskutiert und gefordert. Es stellt sich hierbei die Frage, inwieweit die konkreten Lehrpläne der jeweiligen Länder die Intention einer europäischen Bewusstseinsbildung aufnehmen und mit ihren länderspezifischen Besonderheiten verbinden.

Die Studie untersucht dieses Spannungsfeld zwischen der Europapolitischen Idee einer europäischen Bewusstseinsbildung und deren curricularen Wirklichkeit anhand zweier europäischer Schulsysteme - dem tschechischen und dem sächsischen. Zum einen ermöglicht die Lehrplananalyse Aussagen zur Bedeutung von Europa, der Nation und der Region im Identitätsentwurf der Tschechischen Republik und des Freistaates Sachsen. Zum anderen kann der Beitrag zur europäischen Bewusstseinsvermittlung ideologiekritisch mit einem reflektierenden Europabewusstsein verglichen werden. Vor diesem Hintergrund verweisen die Ergebnisse auf Defizite in beiden Curricula und die damit verbundene Notwendigkeit, bereits auf der intentionalen Ebene der Lehrpläne eine konsistentere europäische Bewusstseinsentwicklung anzustreben.

Autoreninfo

Solvejg Jobst, geb. 1972, Studium der Soziologie, der Erziehungswissenschaft und der Anglistik an den Universitäten Leipzig und Glasgow. 1999 bis 2002 war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Sonderforschungsbereich 417 "Regionenbezogene Identifikationsprozesse. Das Beispiel Sachsen" an der Universität Leipzig tätig. In diesem Rahmen entstand die vorliegende Promotion. Seit 2003 arbeitet sie an der Universität Leipzig zum Thema "Europäische Bewusstseinsvermittlung im individuellen Lehrplan sächsischer, tschechischer und polnischer LehrerInnen". Ihre Arbeitsgebiete liegen in der Vergleichenden und Kritischen Erziehungswissenschaft und der Bildungssoziologie.