Tod im Friedenssaal

Jürgen Kehrer

Tod im Friedenssaal

Eine Kriminalgeschichte aus der Zeit des Westfälischen Friedens

1997,  Waxmann Schwarze Serie,  158  Seiten,  broschiert,  9,90 €,  ISBN 978-3-89325-538-2

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Wer ist der Tote, dessen von einem Pfeil durchbohrter Leichnam genau auf der Grenze zwischen städtischem Areal und Domplatz gefunden wird und die Frage der zuständigen Gerichtsbarkeit auslöst? Freigraf Bernd Ketteler, Untersuchungsrichter und oberster Polizist Münsters, und sein Freund Pater Martin Tewes stehen vor einem schwerwiegenden Problem. Zumal der Fall, nachdem sich die Identität des Ermordeten als Anhänger der spanischen Gesandtschaft erweist, die laufenden Friedensverhandlungen zu bedrohen scheint. Als wenig später die Leiche der Hure Catharina gefunden und ein Giftanschlag auf das Gildenmitglied Wilhelm Eickhaus verübt wird, gerät Ketteler unter Bedrohung seines eigenen Lebens immer stärker unter Druck, die Fäden des Verbrechens zu entwirren ...

Leseprobe

Der Mann rannte um sein Leben. Er war durchnäßt bis auf die Haut. Doch er spürte weder die Kälte noch die Stichverletzung am Arm, aus der Blut in den bauschigen Hemdsärmel sickerte. Die Angst, die ihn erfüllte, betäubte alle anderen Empfindungen.

Er blieb stehen und schnappte nach Luft. Ein dichter Regenschauer klatschte auf das Pflaster, verschluckte alle Geräusche. Wo war sein Verfolger? Hatte er aufgegeben? War er damit zufrieden, ihn verletzt, gedemütigt zu haben? Nein. Der Flüchtende wußte, daß der Andere ihn umbringen wollte. Ihn umbringen mußte, bevor ...

Die Furcht packte ihn erneut. Wie gern würde er sich in einem dieser Häuser verkriechen, hinter deren Fensteröffnungen gelbes Öllicht flackerte. Dort, in den Domkurien, wäre er in Sicherheit. Aber würde man ihn, den Fremden, hineinlassen?

Er rannte weiter, quer über den Domplatz. Nicht weit von hier befand sich das Tor, in dem zwei bewaffnete Männer den Eingang zum Prinzipalmarkt bewachten. In den verwinkelten Gassen der Stadt würde ihn der Andere nicht finden. Er konnte den Morgen abwarten und um Hilfe bitten. Lieber die Schmach erleiden, als elendig abgeschlachtet zu werden.

Rasselnd ging sein Atem. Er sah den erstaunten Blick in den Augen des Wächters, der mit einer Fackel in der Hand heraustrat. Der Wächter sagte etwas, das er nicht verstand. Der Flüchtende sprach schnell, gestikulierte mit den Händen. Ein paar Tropfen von dem Blut, das den Arm hinuntergelaufen war, spritzten in das Gesicht des Wächters. Erschrocken wich der Fackelträger zurück.

Ein Surren, wie von einer verspäteten Mücke, lag in der Luft. Und dann spürte er einen stechenden Schmerz. Ungläubig blickte er auf den Pfeil, der in seiner Brust steckte. Er versuchte, ihn herauszuziehen. Noch als er tot am Boden lag, hielten seine Hände den Schaft umklammert. (...)


Leseprobe

Der Mann rannte um sein Leben. Er war durchnäßt bis auf die Haut. Doch er spürte weder die Kälte noch die Stichverletzung am Arm, aus der Blut in den bauschigen Hemdsärmel sickerte. Die Angst, die ihn erfüllte, betäubte alle anderen Empfindungen.

Er blieb stehen und schnappte nach Luft. Ein dichter Regenschauer klatschte auf das Pflaster, verschluckte alle Geräusche. Wo war sein Verfolger? Hatte er aufgegeben? War er damit zufrieden, ihn verletzt, gedemütigt zu haben? Nein. Der Flüchtende wußte, daß der Andere ihn umbringen wollte. Ihn umbringen
mußte, bevor ...

Die Furcht packte ihn erneut. Wie gern würde er sich in einem dieser Häuser verkriechen, hinter deren Fensteröffnungen gelbes Öllicht flackerte. Dort, in den Domkurien, wäre er in Sicherheit. Aber würde man ihn, den Fremden, hineinlassen?

Er rannte weiter, quer über den Domplatz. Nicht weit von hier befand sich das Tor, in dem zwei bewaffnete Männer den Eingang zum Prinzipalmarkt bewachten. In den verwinkelten Gassen der Stadt würde ihn der Andere nicht finden. Er konnte den Morgen abwarten und um Hilfe bitten. Lieber die Schmach erleiden, als elendig abgeschlachtet zu werden.

Rasselnd ging sein Atem. Er sah den erstaunten Blick in den Augen des Wächters, der mit einer Fackel in der Hand heraustrat. Der Wächter sagte etwas, das er nicht verstand. Der Flüchtende sprach schnell, gestikulierte mit den Händen. Ein paar Tropfen von dem Blut, das den Arm hinuntergelaufen war, spritzten in das Gesicht des Wächters. Erschrocken wich der Fackelträger zurück.

Ein Surren, wie von einer verspäteten Mücke, lag in der Luft. Und dann spürte er einen stechenden Schmerz. Ungläubig blickte er auf den Pfeil, der in seiner Brust steckte. Er versuchte, ihn herauszuziehen. Noch als er tot am Boden lag, hielten seine Hände den Schaft umklammert. (...)

Pressestimmen

"Es macht doch immer wieder Spaß, einen Kehrer in die Hand zu bekommen. Nicht nur, daß es der münsteraner Krimiautor schafft, spannende Krimis zu schreiben. Seine historischen Romane setzt er auch noch in eine spannende Zeit. So werden die historischen Kehrer-Krimis zu Reisen in die Vergangenheit, zu gut recherchierten Ansichten aus dem Alltagsleben unserer Vorfahren. Das ist besonders interessant, wenn man den Handlungsort der historischen Krimis kennt und wiedererkennt."
Aus: Rheiner Volksblatt, 2002.

Die Historiker unter den Krimifans werden sich [...] über die aquarellierte Zeichnung des Münsteraner Friedenssaals, die bereits erwähnte Stadtansicht, die wissenschaftlichen Nachbemerkungen des Autors und ein Verzeichnis weiterführender Literatur freuen, alle übrigen Leser werden einfach begeistert sein über die etwas andere Literatur zum Thema 350 Jahre Westfälischer Friede.
Gabriele Janz in: Zeitschrift Kulturregion Osnabrücker Land, Signale - I/99.

Der Autor zeigt mit seinem Kriminalroman "Tod im Friedenssaal", dass Münster auch aus historischer Perspektive einiges zu bieten hat. Und spannend ist die Geschichte in jedem Fall. [...] Wie bei einem Lokalkrimi zu erwarten, ist die Lektüre ein spezieller Leseschmaus für alle Ortskundigen. [...] Dadurch bekommt die Kriminalgeschichte noch einmal einen guten Schlag Lebendigkeit und Authenzität. [...] Der Krimi lässt sich unterhaltsam lesen. [...] Besonders, wenn einen an fernen Urlaubsorten mal die Münster-Sehnsucht packt.
Karin Wollschläger in: Kirche und Leben, 2007.