Simone Hiller
Islamischer Religionsunterricht im öffentlichen Diskurs
Die Konstruktion religiöser Bildungsnotwendigkeit für muslimische Schüler:innen in drei Jahrzehnten
2026, 392 pages, paperback, 39,90 €, ISBN 978-3-8188-0202-8
Der Diskurs um islamischen Religionsunterricht wurde in den Jahren 1992–2021 besonders geprägt. Dabei stellt sich die Frage, ob der Fokus auf der religiösen Bildung liegt oder ob primär ein Integrationsziel verfolgt wird und wo diesbezüglich die zentralen Schnittstellen zwischen staatlich-politischen und religiösen Werten sowie Institutionen liegen. Um diese Frage zu beantworten, wird die gesamtgesellschaftliche Bedeutung von islamischem Religionsunterricht im öffentlichen Diskurs analysiert. In der Reflexion der Ergebnisse zeigt sich islamischer Religionsunterricht in Deutschland konstruiert als religiöse Bildungsnotwendigkeit für muslimische Schüler:innen in deutschen Institutionen. Der vorherrschende Diskurs verbleibt in der Perspektive der Mehrheitsgesellschaft und ist geprägt durch die Denkfiguren ‚Euro-Islam‘, Integration, Kontrolle und Othering/Nostrifizierung, Fundamentalismusprävention und Muslimisierung. Dabei fehlt dem öffentlichen Diskurs ein Interdiskurs mit Theologie, den eine Öffentliche Religionspädagogik leisten könnte, so ihr abschließendes Plädoyer.