Diego Ramos Rodríguez
Verbale Vortragsbezeichnung und Ornamentik
Eine Genealogie des musikalischen Ausdrucks im Spannungsfeld zwischen Notation und Aufführungspraxis (1530–1770)
2026, Studien zur Musikkultur, Band 18, 644 pages, hardcover, 64,90 €, ISBN 978-3-8188-0183-0
In diesem Buch wird auf der Basis umfassender musikwissenschaftlicher Quellenforschung – in den Blick geraten u.a. Tabulaturen, Partituren, Theorieschriften, Instrumental- und Gesangslehren sowie Musikwörterbücher aus Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien – eine Geschichte der Notation bzw. des Notierens von Musik entfaltet, die wortsprachliche Ausführungs- und Verzierungsanweisungen im Spannungsverhältnis von Notation und Aufführungspraxis verortet. Sie lässt sich als eine mit Ausführungsvorschriften beginnende und letztlich zur Fundierung individuellen Ausdrucks führende Entwicklung lesen. Damit ist sie zugleich eine Geschichte der Kommunikation zwischen Komponierenden, Ausführenden und Rezipierenden, in deren Verlauf die Emanzipation der ausführenden Subjekte von normativen Gestaltungsregeln voranschreitet, sodass sie zunehmend zur Gestaltung persönlichen Ausdrucks gelangen konnten. In diesem Kontext erscheint die Notation als ein Modus impliziter musikalischer Didaktik.



