Zeitschrift für Erziehungswissenschaft, Bildungspolitik und pädagogische Praxis

Ausgabe

110. Jahrgang, 1/2018

Datenbasiertes Schulleitungshandeln

Datenbasiertes Schulleitungshandeln – Forschungsbefunde und praktische Erfahrungen aus einem datenaffinen Schulsystem

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Autor(en)

Heinrich Mintrop Erin Coghlan

Abstract

Der Artikel untersucht, wie in Schulen quantitative Daten für Entscheidungen in Bezug auf den Unterricht genutzt werden. Der Kontext ist das US-amerikanische Schulsystem, das nach deutschen Maßstäben als ausgesprochen datenaffi n gelten kann. Einer Beschreibung des institutionellen Kontextes folgt ein Überblick über die aktuelle amerikanische Forschungsliteratur zu diesem Thema. Eine Reihe von Befunden ist dabei hervorzuheben: Ohne eine ausgeprägte Dateninfrastruktur ist die Wirkung von Daten in den Schulen gering. Neben der technischen Beschaff enheit der Informationssysteme (z.B. einem handhabbaren Interface) sind Datenspezialisten und -spezialistinnen auf Schulebene, Fortbildungen und zusätzlich bereitgestellte Arbeitsstunden für die Auswertung der Daten organisatorische Vorbedingungen für eine produktive Datennutzung. Laut den amerikanischen Studien nutzen Schulen Daten vor allem dann, wenn die Datennutzung systemischen Charakter hat, d.h., wenn die Daten auf allen Ebenen des Schulsystems für wichtig gehalten werden. Die dargestellten Studien machen deutlich, dass hierbei der lokalen Schulaufsicht eine entscheidende Rolle zukommt. Eine Schulaufsicht – in den USA ist dies der Schuldistrikt –, die mit allen Ebenen des Systems über die Daten kommuniziert, ist deren reger Nutzung in besonderer Weise förderlich.
Schlüsselwörter: Datennutzung in Schulen, Bedingungen für Datennutzung, systemische Datennutzung, Schulleitung, Schulaufsicht

The article examines how quantitative data are used by schools for decisions about instruction. The context is the American educational system, which by German standards has a high affi nity to data. After a brief description of the institutional context for data use, we give a summary of noteworthy findings drawn from the recent American research literature related to data-based decision making. The literature suggests that a well-developed data infrastructure and an easy-to-use interface are essential. Conducive organizational conditions are the availability of data specialists at the school level, professional development, and additional work hours dedicated to the study of data. Databased decision making ought to be systemic. It is facilitated at the school level when local school districts highlight the importance of data and communicate with all levels of the system via data.
Keywords: data use at schools, prerequisites for data use, systemic data use, school leaders, local school districts


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