Zeitschrift für Erziehungswissenschaft, Bildungspolitik und pädagogische Praxis

Ausgabe

109. Jahrgang, 1/2017

Professionalisierung im Berufsfeld Schule

Bildungsbeteiligung von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund – in Abhängigkeit von der schulstatistischen Operationalisierung

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Autor(en)

Thomas Kemper

Abstract

Nordrhein-Westfalen (NRW) erfasst im Rahmen einer auf Aggregatdaten basierenden Schulstatistik einen Migrationshintergrund, der von den KMK-Vorgaben abweicht. Das Erhebungskonzept der NRW-Statistik bietet seit wenigen Jahren aufgrund von zusätzlichen Schülermerkmalen und ergänzenden Elterninformationen neue analytische Möglichkeiten. Für die Grundgesamtheit der Schülerinnen und Schüler in NRW kann exemplarisch überprüft werden, inwiefern Ergebnisse zur Bildungsbeteiligung von der gewählten Operationalisierung des Migrationshintergrundes abhängen. Es zeigt sich, dass ein unter Einbezug von Elternmerkmalen weiter gefasster Migrationshintergrund mit geringeren Förderschulbesuchs- und höheren Gymnasialbesuchsanteilen einhergeht und dass die schulformbezogenen Bildungsdisparitäten im Vergleich zu Schülerinnen und Schülern ohne Migrationshintergrund geringer ausfallen. Zudem werden die schulstatistischen Potenziale des Datensatzes gegenüber anderen Erhebungsansätzen – etwa gemäß KMK-Empfehlung – diskutiert.
Schlüsselwörter: ausländische Schülerinnen und Schüler, Migration, Migrationshintergrund, Staatsangehörigkeit, Bildungsbeteiligung, Schulformbesuch, Gymnasium, Förderschule, Generationenstatus, Schulstatistik

This article exemplarily highlights a new statistical approach to determining information on the migration background of students at aggregate level in the Federal State North Rhine-Westphalia (NRW). This approach provides new analytical opportunities due to additionally collected student characteristics and supplementary information on their parents. In particular, the data enable analyses of the educational participation of students depending on the specific operationalization of migration background. We find that a migration background following a broader definition (i.e., which additionally relies on parental migration characteristics) is linked to lower attendance rates in schools for children with special needs and higher attendance rates in upper secondary schools (Gymnasien). Following this approach we also find that disparities in attendance of different school types are lower in comparison to students without a migration background.
Keywords: foreign students, migration, migration background, citizenship, educational participation, generation, school statistics


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