Sebastian Pfeifer

Projectiles for Kids – New Evidence of Child and Youth Versions of Magdalenian Osseous Points from the Teufelsbrücke Cave Site (Thuringia, Germany)

Kurzlink: https://www.waxmann.com/artikelART102403

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Abstract

The Magdalenian Teufelsbrücke cave site (Thuringia, Germany) yielded a big inventory of osseous projectiles that was reexamined by the author. According to the metric data, the great majority of the points, having a mesial width of 7–10mm, are comparatively delicate. That can be due to functional requirements or because the quality of the locally available raw material – in most cases reindeer antler – did not allow for making them bigger. Additionally, there is a group of points that are even smaller, actually too small to be used effectively for horse and reindeer hunting. Against the background of similar specimens in other Magdalenian inventories, these particularly tiny points are interpreted as child and youth weapons. The ethnographic record shows the ubiquity of small-scale projectiles in hunter-gatherer societies: To become a good hunter, the use of projectile technology had to be trained from early childhood on and thus the weapons ‚grew up‘ with their owners.
Keywords: antler, points, technology, reindeer, foreshaft, Late Upper Paleolithic, Europe

Die bekannte magdalénienzeitliche Höhlenstation Teufelsbrücke (Thüringen, Deutschland) erbrachte ein umfangreiches Inventar organischer Projektile, das durch den Verfasser neu aufgenommen wurde. Die metrischen Daten zeigen, dass die große Mehrheit der Spitzen mit einer medialen Breite von 7–10mm vergleichsweise zierlich ist. Das kann mit funktionalen Anforderungen zusammenhängen oder aber mit der Qualität des lokal verfügbaren Rohmaterials Rengeweih, die keine größeren Spitzen zuließ. Darüber hinaus gibt es eine Gruppe von Spitzen, die noch kleiner ist, tatsächlich zu klein, um Pferde und Rentiere damit zu jagen. Vor dem Hintergrund ähnlicher Vertreter in anderen Magdalénieninventaren werden diese besonders kleinen Spitzen als Kinder- und Jugendversionen interpretiert. Der ethnografische Befund zeigt, dass Miniaturversionen von Projektilen inWildbeutergesellschaften weit verbreitet sind: Um ein erfolgreicher Jäger zu werden, musste die Nutzung von Projektiltechnologie von klein auf geübt werden und die Waffen wurden gemeinsam mit ihren Besitzern ‚erwachsen‘.
Schlüsselwörter: Geweih, Geschossspitzen, Technologie, Rentier, Vorschaft, Spätes Jungpaläolithikum, Europa