Johanna WeselekAlexander Wohnig

Befähigung zu gesellschaftlicher und politischer Verantwortungsübernahme als Teil Globalen Lernens – Was heißt hier Neutralität?

Kurzlink: https://www.waxmann.com/artikelART104678
.doi: https://doi.org/10.31244/zep.2021.02.02

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Abstract

Bildung für nachhaltige Entwicklung und insbesondere Globales Lernen als politische Bildung bieten vielfältige thematische Möglichkeiten, um politische Lern- und Bildungsprozesse gestalten und anregen zu können. In der schulischen Praxis bleibt das Potenzial teilweise ungenutzt, da bei Lehrpersonen eine große Unsicherheit herrscht, ab wann die Auseinandersetzung mit Themen des Globalen Lernens „politisch“ wird und damit vermeintlich als nicht „neutral“, sondern unter Umständen als überwältigend gelten kann. Die Forderung nach Neutralität, die an Lehrpersonen herangetragen, aber auch von (angehenden) Lehrpersonen selbst als Teil ihrer pädagogischen Professionalität übernommen wird, führt dazu, dass der Fokus in der Vorbereitung auf die Bildungspraxis auf „nicht kontroverse“ ökologische Gegebenheiten gelegt wird. Der Anspruch eine professionelle, d. h. „neutrale“ Lehrkraft zu sein, scheint mit der Thematisierung politisch gewachsener Strukturen und globaler Ungerechtigkeiten in Konflikt zu stehen, die für Globales Lernen zentral sind. Dabei spielt es eine Rolle, dass die Frage nach der Normativität der Konzepte wenig reflektiert wird. Der Beitrag geht mithilfe eines empirischen Forschungssettings der Frage nach, wie sich das professionelle Selbstbild (angehender) Lehrkräfte im Kontext der Debatte um das Politische und die Normativität im Globalen Lernen und deren Bearbeitung in Bezug auf das vermeintliche Neutralitätsgebot gestaltet und welche Herausforderungen dabei für das Feld entstehen.

Schlagworte
politische Bildung, Globales Lernen, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Neutralität, Normativität