Kirstin Grosse Frie

German-African Cooperation in Global Health: The Role of Social Sciences in Higher Education Degree Studies, Training, and Research Projects

Kurzlink: https://www.waxmann.com/artikelART103003
.doi: https://doi.org/10.31244/zep.2019.02.06

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Abstract

Global Health hat in den letzten Jahren in Deutschland an Bedeutung gewonnen und erscheint seit kurzem sowohl an Institutionen der Gesundheitsbildung und -forschung als auch auf der politischen Agenda unterschiedlicher Ministerien. Was genau unter Global Health verstanden wird, bleibt allerdings bisher recht vage. Jedoch werden inter- und transnationale Bedingungen und Auswirkungen von Gesundheit und Krankheitsausbrüchen als Spezifikum von Global Health betont, was eine inter- und transdisziplinäre Perspektive erfordert, die insbesondere sozialwissenschaftliche Aspekte und Methoden einbezieht. Afrika ist in den letzten Jahren ebenfalls in den Fokus der internationalen Zusammenarbeit Deutschlands gerückt. In der deutsch-afrikanischen Kooperation im Gesundheitsbereich spielen, aufgrund des Mangels an medizinischem Personal in Afrika und auch in Deutschland, die Ausbildung und das Training von medizinischem Personal in Afrika eine wichtige Rolle. Die Kooperation in der Ausbildung von Gesundheitspersonal kann primär wirtschaftliche Gründe haben, aber ebenso andere Formen der Kooperation, wie Hilfe, Austausch und kulturelle Diplomatie für die deutsche und die afrikanische Seite bedeuten. Während die Ausbildung medizinischen Personals primär klinisch orientiert ist, ist zumindest in Deutschland eine starke Tendenz zu weniger klinisch orientierten Ausbildungs- und Studiengängen im Gesundheitsbereich zu verzeichnen. Ebenso ist die Einbindung von Sozialwissenschaften in die Ausbildung von Ärzten und Pflegekräften in den Curricula vorgeschrieben. Eine solche Einbindung von Sozialwissenschaften spiegelt sich in der institutionellen Förderung deutsch-afrikanischer Gesundheitsvorhaben allerdings nicht wider, obwohl davon auszugehen ist, dass diese Aspekte auch für die Ausbildung von Gesundheitspersonal in Afrika eine wichtige Rolle spielen. Eine stärkere Integration von Sozialwissenschaften in die deutsche Global-Health-Ausbildung und -Forschung könnte dazu beitragen, diese auch in die deutsch-afrikanischen Kooperationen einzubringen. Sozialwissenschaftliche Global-Health-Forschung in Deutschland und Afrika würde so dazu beitragen, Determinanten von Gesundheit auf Metaebene zu analysieren, so dass diese in nationalen und internationalen Strategien und Gesetzen berücksichtigt und in Gesundheitsvorhaben umgesetzt werden können.

Schlagworte
Global Health, Gesundheitspersonal, Sozialwissenschaften, Gesundheitsbildung, internationale Beziehungen