Günter Krampen

Zur Klärung des Stellenwerts szientometrischer Methoden in der Wissenschaftsevaluation aus psychologischer Sicht

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Abstract

Vorgelegt wird ein Klärungsversuch für den möglichen und unmöglichen Beitrag szientometrischer Methoden bei der Evaluierung von wissenschaftlichen Leistungen, der (1.) an den Grundlagen und -annahmen der Szientometrie in der Psychometrie, (2.) an einer Analogie zu Entwicklungen in der Kreativitätsforschung und (3.) an einer damit verbundenen Einordnung szientometrischer Methoden in ein holistisches Modell der Wissenschaftsevaluierung und -forschung orientiert ist. Szientometrie ist keine Theorie oder Heuristik, sondern ein durch eine Methode bestimmtes Forschungsfeld, bei deren Anwendungen in Evaluationen versucht wird, hypothetische Konstrukte (wie etwa wissenschaftliche Leistungen) über empirische Indikatorvariablen quantitativ zu operationalisieren. Das Spannungsverhältnis zwischen qualitativen Analysen kultureller Höchstleistungen und quantitativen Analysen divergenten Denkens in der Kreativitätsforschung spiegelt sich in der Evaluationsforschung im Spannungsverhältnis zwischen (qualitativen) Peer-Review-Strategien und (quantitativer) Szientometrie wider. In einem Drei-Stufen-Modell der Kreativität und wissenschaftlichen Leistung ist die Integration von beiden Forschungs- und Evaluierungsstrategien möglich. Dies wird an einem Filtermodell für die Evaluation von Wissenschaften und Wissenschaftler(inne)n sowie deren Einordnung in die Wissenschaftsforschung verdeutlicht.

Schlagworte
Wissenschaftsevaluation, Szientometrie, Peer-Review, Wissenschaftliche Leistung