Tobias Wolbring

Attraktivität, Geschlecht und Lehrveranstaltungsevaluation

Eine Replikationsstudie zu den Befunden von Hamermesh und Parker (2005) und Klein und Rosar (2006) mit Hilfe von Individualdaten

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Abstract

Der Beitrag greift die intensiv diskutierte Frage nach der Existenz potenziell verzerrender Einflüsse auf studentische Lehrveranstaltungsevaluationen auf. Angelehnt an Studien von Hamermesh/Parker (2005) und Klein/Rosar (2006) wird mit der Attraktivität des Lehrpersonals eine bisher weniger im analytischen Fokus stehende Einflussquelle hinsichtlich ihrer Wirkung auf die Evaluationsergebnisse untersucht. Weiterhin werden bisher vernachlässigte zwischengeschlechtliche Effekte und deren Interaktion mit der Dozierendenattraktivität betrachtet. Zur Prüfung der aus einem theoretischen Modell gefolgerten Hypothesen werden Individualdaten mit Hilfe multipler ordinaler logistischer Mehrebenenregressionen ausgewertet. Bestehende Befunde zur Wirkung von Attraktivität werden trotz einer anderen methodischen Vorgehensweise weitgehend repliziert. Im Durchschnitt bewerten Studierende insbesondere attraktive männliche Lehrende signifikant besser. Die Befunde reagieren jedoch sensitiv auf unterschiedliche Modellspezifikationen. Theoretische, methodische und hochschulpolitische Implikationen der Resultate werden diskutiert.
Schlagwörter: Lehrevaluation, Attraktivität, Mehrebenenmodelle, Kategoriale Variablen

The paper picks up the intensively discussed issue of potential biases on students’ evaluations of university teaching. Based on studies of Hamermesh/Parker (2005) and Klein/Rosar (2006) the influence of a largely disregarded factor, the attractiveness of the teaching staff on the evaluation results, is in the analytical focus. As well, so far in this context extensively neglected cross-gender effects and their interaction with the teachers’ attractiveness are accounted for. In order to test these hypotheses deduced from a theoretical model individual data are analyzed with ordered logit multilevel regression models. Despite the use of different methods, existing findings can be largely replicated. On average, students especially evaluate attractive male teachers’ quality of teaching significantly better. However, the results are sensitive towards different model specifications. Implications of these results for theory, methodology and higher education policy are discussed.
Keywords: Student Ratings, Attractiveness, Multilevel Models, Ordinal Variables

Schlagworte
Lehrevaluation, Attraktivität, Mehrebenenmodelle, Kategoriale Variablen