Thomas Koch

Messung von entwicklungspolitischen Effekten langfristiger Projektfinanzierung in Entwicklungsländern Ergebnisse des Geschäftspolitischen Projektratings (GPR) des DEG-Portfolios

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Abstract

Die DEG – Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH ist das deutsche Entwicklungsfinanzierungsinstitut zur Förderung der Privatwirtschaft in Entwicklungsländern. 1962 als Bundesunternehmen gegründet und seit 2001 ein Unternehmen der KfW Bankengruppe, finanziert die DEG Investitionen privater Unternehmen in Entwicklungs- und Schwellenländern; sie verfolgt das Ziel, einen Beitrag zum Auf- und Ausbau des privaten Sektors und damit zu nachhaltigem Wirtschaftswachstum und Armutsbekämpfung zu leisten. Im Folgenden werden die entwicklungspolitischen Effekte des DEG-Bestandsportfolios anhand der Ex-Post-Bewertungen des Geschäftspolitischen Projektratings (GPR) analysiert. Zunächst werden Entwicklungsengpässe für Privatinvestitionen sowie die Finanzierungsrolle der DEG in Entwicklungsländern skizziert, da diese Rahmenbedingungen die Beurteilung entwicklungspolitischer Effekte wesentlich beeinflussen. Nach der Präsentation der methodischen Grundlagen des GPR einschließlich Fallbeispielen werden die GPR-Ex-Post-Ergebnisse für das DEG-Gesamtportfolio erläutert, die erstmalig Anfang 2006 in dieser Form vollständig ermittelt wurden. Dabei werden insbesondere die Zusammenhänge von Rentabilität, entwicklungspolitischem Erfolg und DEG-Eigenkapitalverzinsung analysiert. Betriebswirtschaftlich notwendige Rentabilität und entwicklungspolitische Wirksamkeit sind kein Widerspruch, sondern sind positiv miteinander verbunden. Dabei liegt die Erfolgsquote der Ex-Post-Ratings aufgrund eingetretener Länder- und Projektrisiken bzw. Ausfällen unterhalb der Ex-Ante-Erwartungswerte. Abschließend werden die Stärken und Schwächen des GPR, welches sich unter europäischen Entwicklungsbanken für den Privatsektor mehr und mehr zum Rating- bzw. Evaluierungs-Standard entwickelt, erörtert.