Marc BienefeldOliver Böhm-KasperChristine Demmer

Extrem wichtig und doch vernachlässigt: Die geringe Präsenz von Replikationsstudien in der Erziehungswissenschaft

Kurzlink: https://www.waxmann.com/artikelART104306

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Abstract

Vor allem innerhalb des quantitativen Paradigmas wird dem Replikationskonzept eine große Bedeutung zugeschrieben. Gleichzeitig werden aber nur wenige Replikationsstudien veröffentlicht. Auf dieses Missverhältnis wurde im methodischen Diskurs immer wieder hingewiesen. Während jedoch in einigen Disziplinen, wie z. B. der Psychologie, das Interesse an dem Thema wächst, gibt es in der Erziehungswissenschaft keine vergleichbare Entwicklung. Daraus ergeben sich folgende drei Forschungsfragen: Lässt sich die allgemeine theoretische Bedeutungszuschreibung auf die Erziehungswissenschaft übertragen? Welche praktische Relevanz haben Replikationsstudien im Alltag von Erziehungswissenschaftler*innen? Welche Erklärungen lassen sich für mögliche Diskrepanzen finden? Diese Fragen bilden die Grundlage des folgenden Artikels: Zunächst werden das theoretische Konzept von Replikationsstudien und deren Relevanz für die Erziehungswissenschaft diskutiert. Im zweiten Teil des Artikels werden die Ergebnisse einer qualitativ-explorativen Studie vorgestellt. Hierfür wurden 13 Interviews mit Expert*innen aus verschiedenen Funktionsbereichen der Erziehungswissenschaft bezüglich ihrer Einschätzung der zuvor vorgestellten Fragestellungen durchgeführt. Neben durchaus sichtbaren argumentativen Gemeinsamkeiten der Teilnehmer*innen, erweist sich bei den Ergebnissen vor allem die persönliche Zuordnung der Expert*innen zum quantitativen bzw. qualitativen Forschungsparadigma als eine bedeutsame Trennlinie.

Schlagworte
Replikation; Qualitative Forschungsmethoden; Quantitative Forschungsmethoden; Expert*inneninterviews; Evidenzbasierte Forschung; Wiederholung