Martin KleinKai WagnerEric KloppRobin Stark

Förderung anwendbaren bildungswissenschaftlichen Wissens bei Lehramtsstudierenden

Effekte eines fehlerbasierten Seminarkonzepts und instruktionaler Hilfen während des Testens auf Qualitäten anwendbaren Wissens

Kurzlink: https://www.waxmann.com/artikelART102902

freier Download

Abstract

Das Projekt „Theoretisieren für die Praxis“ fördert anwendbares bildungswissenschaftliches Wissen zur Erklärung komplexer schulischer Situationen mittels typischer Theorieanwendungsfehler. Frühere Studien zeigten positive Effekte fehlerbasierter Trainings. Ein diese Trainings erweiterndes Seminarkonzept zur theoretischen Reflexion biografischer Lehr-Lernerlebnisse erbrachte jedoch nur geringe Zusatzeffekte. Dies wurde mit der unzureichenden Sensibilität der verwendeten Analysemethoden in Bezug auf qualitative Veränderungen in der Wissensbasis der Lernenden begründet. Daher untersucht die vorliegende Studie, inwiefern verbesserte Analysemethoden Qualitäten von Wissen basierend auf einer Taxonomie von de Jong und Ferguson-Hessler (1996) erfassen können. Das Seminarkonzept (integriert (IS)/regulär (RS)) und die Verfügbarkeit instruktionaler Hilfen während der Testphase (mit/ohne) wurden experimentell variiert. Die Erklärungen der Teilnehmer in zwei Testszenarien wurden bezüglich ihres Strukturierungs- und Automationsgrades sowie der Verarbeitungstiefe bildungswissenschaftlichen Wissens ausgewertet. Wie erwartet waren diese in den Nachtest-Erklärungen im IS höher als im RS. Der Strukturierungsgrad war vergleichbar zum Vortest, jedoch verbesserte sich die Performanz (Bearbeitungszeit). Die Verarbeitungstiefe des Wissens war im IS höher. Die Verfügbarkeit instruktionaler Hilfen verbesserte Strukturierungsgrad und Verarbeitungstiefe, eine signifikante Interaktion blieb jedoch aus.

Schlagworte
Theorieanwendung; evidenzbasierte Praxis; Lernen aus Fehlern; Lehrerbildung