Christina HaberfellnerThomas Fenzl

Zum Nutzen von Forschungsergebnissen für die schulische Praxis aus der Perspektive von Lehramtsstudierenden in Österreich

Eine qualitative, explorative Studie

Kurzlink: https://www.waxmann.com/artikelART102901

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Abstract

Im vorliegenden Beitrag wird untersucht, wie österreichische Lehramts studierende (1) den Nutzen von Forschungsergebnissen für Lehrer/innen im Allgemeinen und für sich selbst und (2) den Einfluss verschiedener Nutzenaspekte für schulische Praxis einschätzen. Hierfür wurde ein theoretisches Rahmenmodell bestehend aus fünf Nutzenaspekten (Rossi & Freeman, 1993; Visscher & Coe, 2002; Weiss, 1979, 1998) abgeleitet, welches zunächst in den pädagogischen Kontext transferiert wurde. Diese Nutzenaspekte bildeten die Grundlage für die Entwicklung eines Interviewleitfadens und für die Erstellung von inhaltsanalytischen Regeln zur qualitativen Textanalyse. Zur Beantwortung der Forschungsfrage wurden 30 Leitfadeninterviews mit österreichischen Lehramtsstudierenden in ihrem zweiten Ausbildungsjahr geführt. Die Transkripte der Interviews wurden mit verschiedenen Techniken der qualitativen Inhaltsanalyse, insbesondere der induktiven Kategorienbildung und der deduktiven Kategorienanwendung (Mayring, 2014), ausgewertet. Die Ergebnisse legen nahe, dass die befragten Lehramtsstudierenden überwiegend studienbezogene Themen (z.B. Verfassen der Bachelorarbeit) nennen, wenn sie den Nutzen von Forschungsergebnissen für Lehrer/innen angeben sollen. Für die schulische Praxis sehen sie insbesondere den konzeptuellen und instrumentellen Nutzen von Forschungsergebnissen. Der Beitrag endet mit einer kritischen Diskussion der Ergebnisse und der Ableitung von Implikationen für zukünftige Forschungsprojekte.

Schlagworte
Nutzen von Forschungsergebnissen; Lehramtsstudierende; Lehrerbildung; Qualitative explorative Studie; Qualitative Inhaltsanalyse