Tobias LinbergSebastian E. Wenz

Ausmaß und Verteilung sozioökonomischer und migrationsspezifischer Ungleichheiten im Sprachstand fünfjähriger Kindergartenkinder

Kurzlink: https://www.waxmann.com/artikelART102891

freier Download

Abstract

Ungleichheiten im sprachlichen Kompetenzstand können nicht nur in Abhängigkeit des jeweils betrachteten Indikators der sozioökonomischen und migrationsspezifischen Herkunft unterschiedlich groß ausfallen, sondern auch an unterschiedlichen Stellen der Kompetenzverteilung mehr oder weniger stark ausgeprägt sein. Dieser Beitrag untersucht dazu drei Forschungsfragen anhand einer bundesweiten Stichprobe von etwa fünfjährigen Kindergartenkindern: (1) In welchem Ausmaß zeigen sich Ungleichheiten im Wortschatz von Kindergartenkindern entlang sozialer Klasse, Bildungshintergrund, Haushaltseinkommen und Migrationshintergrund? (2) Lassen sich bestimmte Muster von Ungleichheiten entlang der Kompetenzverteilung erkennen? (3) Inwiefern lassen sich etwaige Muster durch kumulative Effekte erklären? Diese Fragen werden mittels Quantilsregressionen anhand der Daten des Nationalen Bildungspanels (NEPS) analysiert. Die Ergebnisse zeigen, dass Ungleichheiten nach Bildungs- und Migrationshintergrund am größten ausfallen und sich vor allem auf den unteren Bereich der Leistungsverteilung konzentrieren. Dagegen unterscheidet sich der Wortschatz insbesondere der kompetentesten Kinder nur gering in Abhängigkeit der sozialen und migrationsspezifischen Herkunft. Diese Muster bleiben auch unter Kontrolle von Kovariaten weitestgehend erhalten.

Schlagworte
Soziale Ungleichheit; sprachliche Kompetenzen; Kindergartenkinder; Quantilsregression; Nationales Bildungspanel (NEPS)