Christoph HomuthMonja SchmittChristian LorenzDaniel Mann

Warum ein erneutes Genehmigungsverfahren im laufenden Längsschnitt weitreichende Folgen für die Datenqualität hat

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Abstract

Die Qualität sozialwissenschaftlicher Studien ist stark von der Repräsentativität der zugrundeliegenden Stichprobe abhängig. Deshalb ist insbesondere in Längsschnittstudien das Phänomen der Stichprobenmortalität problematisch, dem nicht – wie in einfachen Querschnittsuntersuchungen – durch eine größere Ausgangsstichprobe, sondern vor allem durch das Aufrechterhalten einer stabilen Teilnahmebereitschaft begegnet werden sollte. Da ministerielle Vorgaben in Deutschland immer häufiger ein wiederholtes Einholen von Einverständniserklärungen der Teilnehmer an Längsschnittstudien im institutionellen Bildungsbereich erforderlich machen, stellt sich die Frage, welchen Einfluss dieses Vorgehen auf die Teilnahmebereitschaft hat. Auch im Rahmen der Bamberger Forschergruppe Bildungsprozesse, Kompetenzentwicklung und Selektionsentscheidungen im Vorschul- und Schulalter (BiKS) mussten für einen Teil der Stichprobe im Laufe zweier Längsschnittstudien erneut Einverständniserklärungen eingeholt werden. Mit der Analyse der Teilnahme- und Ausfallwahrscheinlichkeiten vor und nach der erneuten Einholung wird das Ausmaß des negativen Effekts auf die Stichprobengröße gezeigt. Mittels kontrafaktischer Analyse der Verbleibewahrscheinlichkeiten für verschiedene Subgruppen beschreiben wir außerdem den negativen Effekt auf die Stichprobenzusammensetzung.

Schlagworte
Stichprobenausfall; Stichprobenselektivität; Aktive Teilnahmeverweigerung; Passive Teilnahmeverweigerung; Längsschnittstudie