Cornelia Kristen

Migrationsspezifische Ungleichheiten im deutschen Hochschulbereich

Kurzlink: https://www.waxmann.com/artikelART102746

freier Download

Abstract

Der Überblicksbeitrag beschreibt die in der Bundesrepublik bestehenden migrationsbezogenen Unterschiede im tertiären Bereich und systematisiert die zentralen Befunde. Betrachtet werden unterschiedliche Aspekte zuwanderungsspezifischer Ungleichheit im Hochschulbereich, insbesondere die Leistungsausgangslage, der Übergang ins Studium, die Wahl eines Studienfachs und des Hochschultyps sowie der Studienabbruch. Der Illustration der ungleichen Bildungsmuster anhand deskriptiver Befunde schließt sich eine Zusammenschau der zentralen Ergebnisse der verfügbaren Studien an, welche mehrere relevante Einflussfaktoren, insbesondere mit der sozialen Herkunft verknüpfte Merkmale, multivariat untersuchen. Neben Analysen für Deutschland finden an dieser Stelle auch Arbeiten aus anderen europäischen Ländern Berücksichtigung. Insgesamt zeigt sich, dass in dieser Bildungsetappe von keiner generellen Benachteiligung der Bevölkerung mit Zuwanderungshintergrund auszugehen ist. Studienberechtigte aus unterschiedlichen Migrantengruppen starten zwar mit schlechteren schulischen Leistungen, weisen jedoch bei gleicher Leistungsausgangslage und ähnlichen sozioökonomischen Voraussetzungen durchweg eine höhere Studierneigung auf als die Mehrheitsbevölkerung. Außerdem ziehen Studienanfänger aus Zuwandererfamilien unter Kontrolle der sozialen Herkunft die Universitäten den beruflich orientierten Hochschulen vor. Über die Fächerwahl und den Studienabbruch lassen sich ausgehend von der momentanen Befundlage keine zuverlässigen Aussagen treffen.

Schlagworte
Tertiäre Bildung; Migranten; Bildungsungleichheit; Deutschland; Übersichtsarbeit