Christin VarnauerSarah ChromikPhilipp DoeblerJörg-Tobias Kuhn

Verlaufsdiagnostik arithmetischer Grundkompetenzen: Messen verschiedene Booklets die gleiche Fähigkeit?

Kurzlink: https://www.waxmann.com/artikelART104837
.doi: https://doi.org/10.31244/jero.2022.01.04

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Abstract

Eine wichtige Voraussetzung dafür, Lernverlaufsdiagnostik für instruktionale Entscheidungen nutzen zu können, sind äquivalente Testbooklets. Diese Studie prüft diese Voraussetzung für die „Lernverlaufsdiagnostik – Mathematik 2-4“ (LVD-M 2-4; Strathmann & Klauer, 2012). Über 19 Wochen hinweg bearbeiteten n = 108 Drittklässler:innen und n = 109 Viertklässler:innen in zweiwöchigem Abstand zehn verschiedene Paralleltests mit je 24 arithmetischen Aufgaben. Mithilfe (generalisierter) gemischter linearer Modelle wurden Booklet-Effekte in Relation zur Leistungsvarianz zwischen den Kindern gesetzt. Damit wurde die Kernannahme des Binomial-Modells geprüft, dass gleiche Scores aus verschiedenen zufallsgenerierten Booklets die gleiche latente Fähigkeit abbilden sollten. In beiden Klassenstufen fiel die Between-Booklet-Varianz in Relation zur Varianz zwischen den Kindern sehr gering aus. Für einige Aufgabentypen variierte die Schwierigkeit zwar zwischen den Booklets, war verglichen mit der Varianz der Schülerleistung aber nicht substanziell. Die Befunde ließen sich in zwei Interventionsgruppen einer RTI-Studie replizieren. Die Booklets können also für typische Anwendungszwecke als äquivalent angesehen werden. Die Implikationen dieser Befunde werden vor dem Hintergrund von Lernverlaufsdiagnostik und der Konstruktion äquivalenter Testbooklets diskutiert.

Schlagworte
Lernverlaufsdiagnostik, Mathematik in der Grundschule, formatives Assessment, Booklet-Äquivalenz