Karin GehrerLena Nusser

Binnendifferenzierender Deutschunterricht und dessen Einfluss auf die Lesekompetenzentwicklung in der Sekundarstufe I

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Abstract

Binnendifferenzierung im Unterricht ist in zunehmend heterogenen Klassen eine große didaktische Herausforderung. Doch obwohl Binnendifferenzierung für heterogene Gruppen schon seit den 70er-Jahren eine pädagogische Forderung ist, zeigte sich bisher in Deutschland immer noch ein Übergewicht des lehrergelenkten Klassenunterrichts. In Anbetracht knapper Zeitressourcen scheint eine Umsetzung in der Praxis erschwert. In diesem Beitrag widmen wir uns den Fragen, a) inwieweit Binnendifferenzierung im Deutschunterricht der Sekundarstufe aktuell umgesetzt wird und b) inwiefern das Lehrer*innenhandeln im Deutschunterricht im Sinne binnendifferenzierender Unterrichtsmethoden einen Einfl uss auf die Entwicklung der Lesekompetenz der Schüler*innen zeigt und c) inwiefern die Heterogenität der Klassen einen Einfluss auf die Anwendung und Wirkung binnendifferenzierender Maßnahmen hat. Anhand von Daten der Startkohorte 3 des Nationalen Bildungspanels wird die längsschnittliche Lesekompetenzentwicklung von Klasse 5 bis 9 (NKlasse 5 = 5283) mit Latent-Change-Score-Modellen modelliert und der Einfluss des binnendifferenzierenden Lehrer*innenhandelns (NLpK5 = 226) im Deutschunterricht untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass a) die Binnendifferenzierung der Deutschlehrkräfte im Verlauf der Sekundarstufe abnimmt, b) das binnendifferenzierende Lehrer*innenhandeln sich nur zu Beginn der Sekundarstufe positiv auf die Leistungsveränderung auswirkt und c) die Heterogenität der Klassen keinen Einfluss auf den Einsatz von Binnendifferenzierung hat.

Schlagworte
Binnendifferenzierung; Leistungsstreuung; Lesekompetenz; Sekundarstufe; Längsschnitt