Anja LinbergManja AttigSabine Weinert

Soziale Disparitäten im kindlichen Wortschatz von zweijährigen Kindern und ihre Vermittlung durch sprachanregendes Interaktionsverhalten

Kurzlink: https://www.waxmann.com/artikelART104167

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Abstract

Es ist breit dokumentiert, dass Sprachkompetenzen von Kindern bereits im Alter von etwa 3 Jahren in Abhängigkeit vom sozioökonomischen Hintergrund variieren. Gleichzeitig zeigen Befunde, dass die Häufi gkeit des sprachanregenden Interaktionsverhaltens als Aspekt der proximalen familiären Lernumgebung bedeutsam mit dem Spracherwerb der Kinder zusammenhängt. Weniger klar ist jedoch, wie entsprechende Unterschiede in den frühen sprachlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten von Kindern entstehen und ob bzw. inwieweit sie durch mütterliches sprachanregendes Interaktionsverhalten vermittelt werden. Daher untersuchen wir Unterschiede im kindlichen Wortschatz im Alter von 26 Monaten und analysieren, inwieweit Effekte der mütterlichen Bildung auf den Wortschatz ihrer Kinder durch sprachrelevante Episoden geteilter Aufmerksamkeit (joint attention), als eine Facette sprachfördernden Interaktionsverhaltens, vermittelt werden. Hierzu wurden Daten von N = 778 Kindern der Säuglingskohorte des Nationalen Bildungspanels genutzt. Die Ergebnisse unserer Analysen zeigen sowohl frühe Unterschiede im kindlichen Wortschatzerwerb als auch im sprachstimulierenden Interaktionsverhalten im Zusammenhang mit der mütterlichen Bildung; dabei werden aber nur 9 % der Effekte der mütterlichen Bildung auf den kindlichen Wortschatzerwerb durch das erfasste sprachstimulierende Interaktionsverhalten vermittelt, wenn der kindliche Sprachstand im Alter von 14 resp. 17 Monaten kontrolliert wird.

Schlagworte
Frühe Kindheit; Soziale Disparitäten; ELFRA; Geteilte Aufmerksamkeit; Wortschatz