Olaf KöllerJennifer MeyerSteffani SaßJürgen Baumert

Neue Analysen zu einem alten Thema

Effekte von Intelligenz und Motivation auf Schulleistungen

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Abstract

Die vorliegende Arbeit behandelt ein Thema mit langer Tradition in der pädagogischen Psychologie. Wir nutzen einen großen Datensatz mit verschiedenen Leistungsmaßen (Zeugnisnoten, standardisierte Leistungstests und schriftliche Abiturprüfungen), um die Effekte von Intelligenz und Motivation auf Schulleistungen in drei Fächern (Deutsch, Mathematik und Englisch) zu untersuchen. Zusätzlich werden Effekte auf die Abiturdurchschnittsnote analysiert. Die Stichprobe besteht aus 3 775 Schülerinnen und Schülern (54.8 % weiblich; mittleres Alter M = 19.92 Jahre) am Ende der 13. Jahrgangsstufe in deutschen Gymnasien. In einem ersten Schritt werden frühere Befunde zur prädiktiven Kraft von Intelligenz und Motivation für Schulleistungen (Tests und Noten) repliziert. Darüber hinaus werden die umfangreichen früheren Befunde dahingehend ergänzt, dass wir schriftliche Abiturleistungen analysieren. Insgesamt zeigen unsere Auswertungen deutlich stärkere Effekte von motivationalen Maßen im Vergleich zu Intelligenzindikatoren. Die stärksten motivationalen Effekte zeigten sich in fachspezifischen Analysen auf Zeugnisnoten, gefolgt von zentralen Abschlussprüfungen. Die Effekte von Intelligenz sind bei standardisierten Schulleistungstests höher. Insgesamt belegen die Befunde aber die Relevanz beider Prädiktoren für die Erklärung von Schulleistungen, und zwar für alle Leistungsindikatoren.

Schlagworte
Intelligenz, Motivation, fachspezifische Schulleistungen, gymnasiale Oberstufe, Schulleistungsmaße