Marianne SchüpbachBenjamin von AllmenLukas FreiWim Nieuwenboom

Die Nutzung von Tagesschulangeboten an Deutschschweizer Tagesschulen

Kurzlink: https://www.waxmann.com/artikelART102908

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Abstract

Eine Erwartung an Tagesschulen – eine Schule, die neben dem obligatorischen Unterricht auch freiwillige Angebote führt – ist die Verringerung von bestehenden Bildungsungleichheiten. In der vorliegenden Studie wird die Frage fokussiert, ob das Tagesschulangebot in Abhängigkeit vom familiären Hintergrund (Migrationshintergrund und sozioökonomischer Status) unterschiedlich genutzt wird oder ob es der Tagesschule gelingt, alle Schülerinnen und Schüler gleich gut zu erreichen. Im Rahmen der Studie EduCare-TaSe – Tagesschule und Schulerfolg? wurden in der Deutschschweiz 1099 Erstklässlerinnen und Erstklässler aus 53 Tagesschulen hinsichtlich deren Nutzung des Tagesschulangebots untersucht. Zentraler Befund ist, dass Nutzende des Tagesschulangebots mit Migrationshintergrund einerseits und Nutzende mit einem niedrigen sozioökonomischen Status andererseits das Tagesschulangebot intensiver nutzen als Schülerinnen und Schüler ohne Migrationshintergrund bzw. mit hohem sozioökonomischem Status. Es gibt jedoch keine Hinweise darauf, dass sich diese beiden (Risiko-) Faktoren bezüglich der Nutzungsintensität gegenseitig beeinflussen. Bei den Risikokindern des Schweizer Bildungssystems, die sowohl einen Migrationshintergrund als auch einen niedrigen sozioökonomischen Status aufweisen, lässt sich somit lediglich ein additiver Effekt hinsichtlich deren Nutzung von Tagesschulangeboten feststellen.

Schlagworte
Tagesschulen; Bildungsungleichheit; Migrationshintergrund; Sozioökonomischer Status