Jana Groß OphoffRaffaela WolfSandra SchladitzMarkus A. Wirtz

Erfassung bildungswissenschaftlicher Forschungskompetenz
in der Hochschulbildung

Konstruktvalidierung der Faktorstruktur eines Testverfahrens unter Berücksichtigung des unterschiedlichen Umgangs mit ausgelassenen Antworten

Kurzlink: https://www.waxmann.com/artikelART102900

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Abstract

Evidenz aus bildungswissenschaftlicher Forschung zielgerichtet erschließen, reflektieren und anwenden zu können (sog. Bildungswissenschaftliche Forschungskompetenz, BFK) ist zentral für Fachpersonal im Bildungswesen. Zur Erfassung dieser Kompetenz (mit den Facetten Informationskompetenz, Statistische Kompetenz, Evidenzbasiertes Schlussfolgern) wurde ein Testinstrument entwickelt. Trotz Gemeinsamkeiten mit generischen Konzepten wie kritisches Denken oder Problemlösen wird BFK innerhalb der Bezugsdisziplinen erworben und entwickelt. Dieser Beitrag widmet sich der Frage nach dem am besten passenden Strukturmodell. Hierzu wurden ein eindimensionales Modell, ein dreidimensionales Modell und zwei bifaktorielle Modelle verglichen. Der Modellvergleich basierte auf Daten einer Studie an sechs deutschen Hochschulen (1360 Studierende) und wurde anhand einer Folgestudie an drei Hochschulen validiert (753 Studierende). Untersucht wurden auch Unterschiede bezüglich der Kodierung ausgelassener Antworten oder dem Testheftdesign der ersten Studie. Die Ergebnisse sprechen für das vierdimensionale bifaktorielle Modell, wonach BFK aus einem dominanten Faktor und drei Sekundärfaktoren besteht. Die Ergebnisse unterstützen die Empfehlung, Auslassungen als fehlende Information in den Analysen zu belassen. Die Ergebnisse werden abschließend hinsichtlich der Anforderungen an die Erfassung und Vermittlung von Kompetenzen im Hochschulsektor diskutiert und Desiderata für künftige Forschung benannt.

Schlagworte
Bildungswissenschaftliche Forschungskompetenz; Hochschulbildung; Kompetenztests; Dimensionale Analyse; Bifaktorielle Modelle; Fehlende Daten