Yves Karlen

Wahrgenommene Unterrichtsmerkmale und metakognitives Strategiewissen in der Oberstufe des Gymnasiums

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Abstract

Bisherige Studien haben gezeigt, dass sich das metakognitive Strategiewissen (MSK) durch explizite Instruktionen und indirekten Maßnahmen erfolgreich im Unterricht fördern lässt. Bisher gibt es jedoch kaum Untersuchungen, die die Bedeutung des schulisch-instruktionalen Kontextes des gymnasialen Oberstufenunterrichts für das MSK erforscht haben. Das Ziel dieser Studie ist es, zu untersuchen, inwiefern Zusammenhänge zwischen den wahrgenommenen Lernumgebungsmerkmalen des regulären gymnasialen Unterrichts und dem MSK der Schülerinnen und Schüler bestehen. Für diese Längsschnittstudie wurde eine repräsentative Kohorte von Schülerinnen und Schülern (Nt1 = 1272/Nt2 = 1126) der 10. und 11. Klassenstufe zu Beginn und am Ende des Schuljahres befragt. Anhand von Mehrebenenanalysen konnten sowohl Zusammenhänge auf der Individual- als auch auf der Klassenebene identifiziert werden. Auf der Individualebene zeigten sich positive Zusammenhänge zwischen der wahrgenommenen sozialen Integration, dem Autonomieerleben und dem MSK. Eine Lernumgebung, die sich durch selbstreflexive Elemente (z. B. Möglichkeiten zur Selbstkontrolle, Nachdenken über das Lernen) charakterisieren lässt, korreliert negativ mit dem MSK der Schülerinnen und Schüler. Die Ergebnisse weisen zudem darauf hin, dass auch auf der Klassenebene ein negativer Zusammenhang zwischen einem selbstreflexiven Unterricht und dem MSK der Schülerinnen und Schüler vorhanden ist. Die wahrgenommene Unterstützung durch die Lehrperson hatte sowohl auf der Individual- als auch auf der Klassenebene keinen Zusammenhang mit dem MSK. Theoretische und praktische Implikationen dieser Befunde werden diskutiert.

Schlagworte
Metakognition; Metakognitives Strategiewissen; Lernumgebung; Mehrebenenanalyse