Sirkku KupiainenJukka MarjanenJarkko Hautamäki

Das Problem der Wahlmöglichkeiten von Prüfungsfächern hinsichtlich der Vergleichbarkeit von Ergebnissen der zentralen Abschlussprüfung in Finnland

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Abstract

Der Artikel von Kupiainen, Marjanen und Hautamäki konzentriert sich auf die zentrale Abschlussprüfung der Sekundarstufe II in Finnland als eine Schulabschluss- und Hochschulzugangsprüfung. Die dargestellte Studie geht der Frage nach, ob die gestiegenen Auswahlmöglichkeiten der fachspezifischen Prüfungen die Vergleichbarkeit der Prüfungsergebnisse und die Wahl der Schülerinnen und Schüler nicht nur in der Prüfung, sondern bereits während der Schulzeit beeinflussen kann. Es wird Bezug auf Finnlands mehr als 160 Jahre lange Tradition zentraler Abschlussprüfungen am Übergang zwischen Sekundarstufe II und Hochschulzugang genommen. Die Autorengruppe erläutert das finnische System hinsichtlich der Einführung eines kursbasierten (vs. klassen- oder jahrgangsstufenbasierten) Curriculums für die dreijährige Sekundarstufe II und bezüglich der anschließenden Reformen der zentralen Abschlussprüfung, durch welche die Auswahlmöglichkeiten von Schülerinnen und Schüler für die fachspezifischen Prüfungen (mindestens vier) wesentlich erhöht wurden. Die Ergebnisse zeigen, dass leistungsstarke Schülerinnen und Schüler in anspruchsvolleren Fächern miteinander konkurrieren, während leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler dieselben Noten in weniger anspruchsvollen Fächern erlangen. Als Konsequenz daraus neigen Schülerinnen und Schüler zu einer strategischen Prüfungsplanung, welche wiederum – oft zum Nachteil der anspruchsvolleren Fächer und der anschließenden Karrierechancen – Auswirkungen auf ihre Fächerwahl in der Schule hat, was die traditionellen, nationalen Ziele einer ganzheitlichen vorakademischen Sekundarschulbildung gefährdet. Dieser Beitrag bietet einen Überblick über das höhere Sekundarschulwesen in Finnland und die zentrale Abschlussprüfung (vgl. Klein, 2013). Unter Verwendung von Daten finnischer Abschlussprüfungen aus mehreren Jahren werden drei separate, jedoch miteinander verknüpfte Aspekte untersucht:
• der Zusammenhang zwischen Abschlussprüfung und Curriculum;
• die Problematik der Vergleichbarkeit hinsichtlich des Hochschulzugangs aufgrund der vergrößerten Auswahlmöglichkeiten bei der Prüfung;
• der Zusammenhang zwischen der Prüfungswahl der Schülerinnen und Schüler und ihrer Kurs-Auswahl mit der Leistung während der Sekundarstufe II.

Schlagworte
Abschlussprüfungen; Notenvergleichbarkeit; Einfluss der Kurs-Auswahl auf Vergleichbarkeit; Benotung der Lehrkräfte vs. Ergebnisse zentraler Prüfungen