Esther Dominique Klein

Wie bereiten Lehrkräfte ihre Schülerinnen und Schüler auf zentrale Abschlussprüfungen vor?

Ein Vergleich von Finnland, Irland und den Niederlanden

Kurzlink: https://www.waxmann.com/artikelART102866

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Abstract

Von zentralen Abschlussprüfungen wird aufgrund ihres verpflichtenden Charakters vielfach eine positive Wirkung auf die Effektivität von Schulen und die Kohärenz zwischen Unterrichtspraxis und staatlichen Standards erwartet. Demgegenüber stehen Befürchtungen, dass die Prüfungen z. B. vermehrtes teaching to the test bewirken könnten. Gleichwohl ist bislang kaum bekannt, welche Wirkungen unterschiedliche Prüfungsverfahren insbesondere auf Lehrkräfte entfalten können. Diese Studie vergleicht Prüfungsvorbereitungsstrategien von Lehrkräften der Sekundarstufe II in Finnland, Irland und den Niederlanden auf Basis einer standardisierten Befragung von 385 Lehrkräften. Ziel der Studie ist es, Hypothesen über den Zusammenhang zwischen Prüfungsverfahren und den damit verknüpften Konsequenzen einerseits und differenziellen Vorbereitungsstrategien von Lehrkräften andererseits herauszuarbeiten. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass der von den Lehrkräften für optimal gehaltene Zeitraum zur Vorbereitung länderspezifisch variiert, während sich nur geringe Unterschiede in den genutzten Vorbereitungsstrategien feststellen lassen. Regressionsanalysen deuten zudem darauf hin, dass der Zusammenhang zwischen Vorbereitungsintensität und Konsequenzen für Schüler/innen und Lehrkräfte sowie Überzeugungen der Lehrkräfte über die drei Länder hinweg unterschiedlich ausfällt. Die verschiedenen Prüfungssysteme beeinflussen die Lehrkräfte also auf unterschiedliche Weise, führen aber zu sehr vergleichbaren Strategien.

Schlagworte
Zentrale Abschlussprüfungen; Internationaler Vergleich; Lehrermotivation; Teaching to the test