Saskia KistnerKatrin RakoczyBarbara OttoEckhard KliemeGerhard Büttner

Strategievermittlung im Unterricht: Welche Rolle spielen Unterrichtskontext und Lehrerüberzeugungen?

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Abstract

Die Vermittlung von Lernstrategien ist ein wichtiger Bestandteil der Förderung von selbstreguliertem Lernen im Unterricht. Diese Studie untersucht, welche Rolle Unterrichtskontext und Lehrerüberzeugungen für die Vermittlung von Lernstrategien spielen. Von 20 Mathematiklehrkräften wurden jeweils fünf Unterrichtsstunden in der neunten Jahrgangsstufe gefilmt. Drei Unterrichtsstunden zum Thema Satz des Pythagoras (Einführungseinheit) und zwei Unterrichtsstunden zu Textaufgaben (Übungseinheit) stellten verschiedene Unterrichtskontexte dar. Mittels eines Beobachtungsinstruments wurde die Vermittlung von kognitiven Strategien (Organisation, Elaboration) und metakognitiven Strategien (Planung sowie Monitoring und Evaluation) kodiert. Lehrerüberzeugungen wurden mittels Fragebogen erfasst. Es zeigte sich, dass kognitive Strategien tendenziell häufiger in den Einführungsstunden vermittelt wurden, wogegen Planungsstrategien häufiger in den Übungsstunden zum Einsatz kamen. Bezüglich der Lehrerüberzeugungen korrelierten traditionelle Überzeugungen (z. B. formalistische Sicht von Mathematik) negativ mit der Vermittlung von einigen Strategiearten (z. B. Elaboration), fortschrittlichere Überzeugungen dagegen positiv. Lehrerüberzeugungen scheinen demnach eine Rolle für die Strategievermittlung zu spielen. Sie stellen somit einen möglichen Ansatzpunkt dar, um die Förderung von selbstreguliertem Lernen zu verbreiten und sollten in entsprechenden Lehrertrainings berücksichtigt werden.

Schlagworte
Lernstrategien; Selbstreguliertes Lernen; Lehrerüberzeugungen; Unterrichtsforschung