Marianne Schüpbach

Ganztägige Bildung und soziale Ungleichheit in der Schweiz: kompensatorische Effekte?

Eine Analyse der Sprachleistungsentwicklung unter Berücksichtigung von strukturellen und prozessualen Merkmalen sozialer Herkunft

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Abstract

Der vorliegende Beitrag beschäftigt sich mit den differenziellen Wirkungen familialer prozessualer (am Beispiel der familialen Entwicklungsförderung) und struktureller Merkmale (am Beispiel des sozioökonomischen Status [SES]) auf die Entwicklung der Sprachleistung – nebst Effekten der intensiven Nutzung der ganztägigen Bildung. Zudem wurde im Rahmen einer Längsschnittstudie mit einer Stichprobe von N = 295 Schülerinnen und Schülern, in 35 Primarschulen, in 11 Kantonen der deutschsprachigen Schweiz der Frage nach möglichen kompensatorischen Effekten von ganztägiger Bildung (Ganztagsschule) hinsichtlich sozialer Disparitäten nachgegangen. Die Ergebnisse zeigen, dass nebst dem Effekt der ganztägigen Bildung das familiale prozessuale Merkmal Entwicklungsförderung einen größeren Einfluss auf die Entwicklung der Sprachleistung hat als das familial strukturelle Merkmal SES von Ende 1. bis Ende 3. Schuljahr. Der ganztägigen Bildung gelingt es hinsichtlich einer ungünstigen sozialen Herkunft der Kinder nicht – weder bezüglich eines niedrigen SES noch bezüglich einer geringen familialen Förderung – einen kompensatorischen Effekt zu erzielen.

Schlagworte
Ganztagsschule; Sozioökonomischer Status; Familiale Entwicklungsförderung; Schulleistung; Kompensatorischer Effekt