Carola Lindner-MüllerCarsten JohnKarl-Heinz Arnold

Soziales Selbstkonzept und soziale Präferenz: Eine Längsschnittanalyse im Grundschulalter

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Abstract

Als Teil einer Längsschnittstudie werden psychometrische Eigenschaften eines Verfahrens zur Erfassung eines dreidimensionalen Selbstkonzepts sozialer Kompetenz (Kontakt, Empathie, Emotionsregulation) für Grundschüler des deutschen Schulsystems berichtet und mögliche Wechselwirkungen zwischen sozialer Präferenz und dem Selbstkonzept eigener sozialer Fertigkeiten analysiert. Vom Frühjahr 2007 bis Sommer 2010 nahmen 26 Schulen mit 54 Klassen an der vier Messzeitpunkte (T1–T4) umfassenden Studie teil. Ein Fragebogen zum sozialen Selbstkonzept (SKSozKomp) mit 15 Items und Fragen zur Erfassung des Peerstatus wurden verwendet. Konfirmatorische Faktorenanalysen ergaben ungünstige Ergebnisse zur angenommenen Dreifaktorenstruktur des SKSozKomp zu T1. Die ausschließliche Verwendung der Kontakt- und Empathie-Items erbrachte akzeptable Anpassung zu T1 bis T4. Eine stufenweise Prüfung der Messinvarianz für ein zweifaktorielles Latent State Modell (LS) zeigte sogar bei starker faktorieller Invarianz gute Modellanpassung, dennoch legte ein Chi2-Differenzentest konfigurale Invarianz nahe. Ein Cross-Lagged Panel-Modell mit autoregressiven Pfaden zweiter Ordnung ergab geringe, signifikante Pfade von sozialer Präferenz zum Selbstkonzept (T1 auf T2 und T3 auf T4), jedoch keine Pfade vom Selbstkonzept zur sozialen Präferenz. Die Ergebnisse und Grenzen der Studie werden diskutiert.

Schlagworte
Soziale Kompetenz; Soziales Selbstkonzept; SEM; Grundschule