Lydia KleineNicole BirnbaumMarkus ZielonkaJörg DollHans-Peter Blossfeld

The Effect of Varying Institutional Settings on Parental Aspirations and Teachers' Recommendations

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Abstract

Ziel dieses Beitrages ist es, anhand eines Vergleichs von Bayern und Hessen, Unterschiede zu ermitteln, die sich aus den bundeslandspezifischen Regelungen des Sekundarschulübergangs ergeben. Zunächst zeigen Absolventenprognosen der Länder, dass das offenere System Hessens wesentlich mehr Absolventen den Erwerb eines höheren Abschlusses ermöglicht, als das rigidere System Bayerns. In einem nächsten Schritt werden die Faktoren betrachtet, welche nach Bundesland unterschiedlich Einfluss auf die Übertrittsentscheidung nehmen - die Empfehlung durch die Grundschullehrkraft und die elterliche Bildungsaspiration: In Hessen sind sowohl die Schulempfehlungen der Grundschullehrer/innen als auch die schullaufbahnbezogenen Erfolgserwartungen der Eltern auf eine höhere Bildung ausgerichtet und angesichts der Prognosen auch erfolgversprechend. In dem starreren System Bayerns ist in letzter Instanz die Grundschulempfehlung ausschlaggebend. Neben der erwartbar geringeren Zahl an Abiturienten und dem deutlich erhöhten Anteil an Abgängern mit Hauptschulabschluss bzw. Qualifiziertem Hauptschulabschluss, liegen auch die elterlichen Erfolgserwartungen deutlich unter denen der hessischen Eltern. Ferner zeigt sich in Bezug auf den Bildungshintergrund der Eltern eine erhebliche Ungleichheit; sowohl hinsichtlich der Abschlusserwartungen (und dabei verstärkt für Hessen), als auch in den Lehrerempfehlungen in beiden Bundesländern.

Schlagworte
Bildungsentscheidung, Bildungssystem, Grundschulempfehlung, Bildungsaspirationen