Heinrich MintropErin Coghlan

Datenbasiertes Schulleitungshandeln – Forschungsbefunde und praktische Erfahrungen aus einem datenaffinen Schulsystem

Kurzlink: https://www.waxmann.com/artikelART102377
.doi: https://doi.org/10.31244/dds.2018.01.02

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Abstract

Der Artikel untersucht, wie in Schulen quantitative Daten für Entscheidungen in Bezug auf den Unterricht genutzt werden. Der Kontext ist das US-amerikanische Schulsystem, das nach deutschen Maßstäben als ausgesprochen datenaffin gelten kann. Einer Beschreibung des institutionellen Kontextes folgt ein Überblick über die aktuelle amerikanische Forschungsliteratur zu diesem Thema. Eine Reihe von Befunden ist dabei hervorzuheben: Ohne eine ausgeprägte Dateninfrastruktur ist die Wirkung von Daten in den Schulen gering. Neben der technischen Beschaffenheit der Informationssysteme (z.B. einem handhabbaren Interface) sind Datenspezialisten und -spezialistinnen auf Schulebene, Fortbildungen und zusätzlich bereitgestellte Arbeitsstunden für die Auswertung der Daten organisatorische Vorbedingungen für eine produktive Datennutzung. Laut den amerikanischen Studien nutzen Schulen Daten vor allem dann, wenn die Datennutzung systemischen Charakter hat, d.h., wenn die Daten auf allen Ebenen des Schulsystems für wichtig gehalten werden. Die dargestellten Studien machen deutlich, dass hierbei der lokalen Schulaufsicht eine entscheidende Rolle zukommt. Eine Schulaufsicht – in den USA ist dies der Schuldistrikt –, die mit allen Ebenen des Systems über die Daten kommuniziert, ist deren reger Nutzung in besonderer Weise förderlich.

Schlagworte
Datennutzung in Schulen, Bedingungen für Datennutzung, systemische Datennutzung, Schulleitung, Schulaufsicht