Julia Biermann

Different Meanings? The Translation of Inclusive Education in Nigeria

Kurzlink: https://www.waxmann.com/artikelART102018

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Abstract

In den letzten Jahren ist inklusive Bildung zu einem zentralen Anliegen der internationalen Gemeinschaft geworden und hat, rechtlich abgesichert durch die UN-BRK, einen festen Platz auf der globalen Bildungsagenda erhalten. Auch wenn weltweit fast alle Staaten die UN-BRK ratifiziert haben, steht die Entwicklung inklusiver Bildungssysteme erst am Anfang. Diese Entwicklung sieht sich vor allem dem Problem der kontextspezifischen Übersetzung der Vorgaben des Artikels 24 gegenüber, die zu verschiedenen Interpretationen dieser globalen Bildungsnorm führt. Die kontextspezifischen Übersetzungen in nationalen Diskursen und Politiken stehen oft in einem Spannungsverhältnis zur Vision des Artikels 24, zu deren Interpretation dieser Beitrag einen alternativen Vorschlag erarbeitet. Die empirische Analyse basiert auf einer Fallstudie, welche in Nigeria durchgeführt wurde, und zeigt, wie verschiedene Organisationen aus den Politikbereichen Bildung und Behinderung inklusive Bildung verstehen. Diese Analyse verweist auf den konstruktiven Charakter des Spannungsverhältnisses zwischen globaler Norm und deren Übersetzung, welcher auf einen Wechsel zwischen zwei verschiedenen kommunikativen Codes zurückzuführen ist. Der Code der Universalität nutzt eine menschenrechtliche Sprache, wohingegen der Code der Kontextualität die Entwicklung einer kontextspezifischen Sprache, eines Vernakulars, erlaubt. Beide Codes tragen somit dazu bei, dass inklusive Bildung zum einen als globale Bildungsnorm weltweit in Erscheinung tritt, und zum anderen, dass sie kontextspezifisch angepasst werden kann.

Schlagworte
Inklusive Bildung, UN-BRK, Übersetzung, Vernakularisation, Globale Bildungspolitik, Nigeria