Andreas KlausingVera Husfeldt

Verknüpfung von Daten aus Bildungsstatistik und Leistungsmessungen auf Individualebene in der Schweiz

Kurzlink: https://www.waxmann.com/artikelART101809

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Abstract

Der Artikel zeigt auf, aufgrund welcher Überlegungen und Maßnahmen in der Schweiz die Verknüpfung amtlicher Daten mit Leistungsmessdaten auf Individualebene für die Bildungsforschung ermöglicht wird. Anhand der PISA-Erhebungen und der bevor stehenden Überprüfung des Erreichens der nationalen Bildungsziele werden die dahinter liegenden Überlegungen dargestellt. Ausgehend von einem Verfassungsauftrag entwickeln die beiden föderalen Ebenen Bund und Kantone in einem Bildungsmonitoring-Prozess gemeinsam das Bildungssystem in der Schweiz. Dieser Prozess verbindet die Sphären von Bildungspolitik und Bildungsforschung, was der Bildungsberichterstattung zugute kommt. Ein zentrales Prozessanliegen ist das Schließen von Daten- und Forschungslücken. Gegenwärtig wird ein Fokus auf die Darstellung von Bildungsverläufen gelegt. Aktuell präsentiert sich der Stand der Umsetzung folgendermaßen: Auf der Individualebene (Lernende, Lehrende) wie auch auf Ebene der Institutionen sind die amtlichen Daten schweizweit harmonisiert. Jedem Lernenden und jedem Lehrenden wurde eindeutig eine Sozialversicherungsnummer zugeordnet. Jede Institution verfügt über einen Identifikator. Diese Zuordnung wird exklusiv nur durch das (nationale) Bundesamt für Statistik vorgenommen. Auf nationaler Ebene wurden dazu bereits die rechtlichen Anpassungen vorgenommen. Insbesondere existiert eine Verknüpfungsverordnung auf Bundesebene, die das Verknüpfen von amtlichen Datensätzen auf Individualebene mit Daten Dritter erlaubt. Aktuell werden die operativen Prozesse im Dreieck Bildungsbehörden (welche die Datenhoheit über die Leistungsmessdaten innehaben) – Bildungsforschung (die verknüpfte Daten als Substrat für ihre Forschung nachfragt) – und Bundesamt für Statistik (das über den Verknüpfungsschlüssel verfügt und die Datenschutzbelange sicherstellt) erarbeitet.

Schlagworte
Datenverknüpfung, Bildungsmonitoring, Leistungsmessungen, Bildungsforschung, Bildungsstatistik