Hans-Werner Johannsen

Neue Oberstufen an Gemeinschaftsschulen

Schleswig-Holsteins schwieriger Weg in die Zweigliedrigkeit

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Abstract

Der Beitrag untersucht den Schulreformprozess in Schleswig-Holstein seit 2007 hin zu einem zweigliedrigen Schulsystem, das zukünftig aus zwei gleichberechtigten Säulen – der Gemeinschaftsschule und dem Gymnasium – bestehen soll, die beide zum Abitur führen. Anhand von zwei Thesen wird nachgewiesen, dass dieser Schulentwicklungsprozess nicht geradlinig verlaufen ist, sondern vielfältigen Friktionen durch Regierungswechsel auf Landesebene und „Vetospieler“ auf kommunaler Ebene unterworfen war und noch immer ist. Allerdings kann dieser Prozess durch das konsequente Handeln kommunaler Akteure in bedeutender Weise unterstützt werden. Durch die Genehmigung von insgesamt neun neuen Oberstufen für 2013 ist die Gemeinschaftsschule in Schleswig-Holstein in ihre zweite Entwicklungsphase getreten. Mit Bezug auf die Schulentwicklungsplanung des Kreises Schleswig-Flensburg wird am Beispiel der Gemeinschaftsschule Handewitt der schwierige Weg zur eigenen Oberstufe aufgezeigt. Im Konzert der beiden verbleibenden Schularten Gymnasium und Gemeinschaftsschule wird letztere als „Inklusionsschule“ den Ansprüchen einer zukunftsorientierten „Eine[n] Schule für alle“ eher gerecht.

Schlagworte
zweite Phase der Gemeinschaftsschulentwicklung, kommunalpolitische „Veto-Spieler“, kommunale Akteure, Schulentwicklungsplanung, Inklusionsschule