Samira KheirallahDieter Kramer

I Come From There – Konflikttransformative Identitätsarbeit mit palästinensischen Flüchtlingen in Jordanien

Kurzlink: https://www.waxmann.com/artikelART101400

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Abstract

Die psychosozialen Auswirkungen des Israel-Palästina-Konflikts sind für die zweite, dritte, zum Teil schon vierte Generation der palästinensischen Flüchtlinge in Jordanien weniger die durch direkte Gewalt- und Fluchterfahrungen hervorgerufenen Traumata, sondern eher solche Wunden, die sowohl durch individuelle als auch kollektive transgenerationale Weitergabe traumatischer Erfahrungen vererbt werden. Diese Besonderheit erfordert eine ganz spezielle und abgestimmte Form der Bildungs- und Sozialarbeit. Kollektives Gedächtnis, Identität, Trauma(bewusstsein) und konstruktiver Umgang mit der Vergangenheit stehen daher im Fokus der psychosozialen und kulturellen Arbeit, die das GIZ-Vorhaben „Regionaler Sozial-und Kulturfonds für palästinensische Flüchtlinge und die Bevölkerung in Gaza“ (S&C Fund) im Auftrag der deutschen Bundesregierung in Jordanien leistet. Unter Berücksichtigung relevanter Phänomene, wie kollektive Traumata, Identität und die Praxis des sozialen Erinnerns wird anhand eines Projektbeispiels im Artikel diskutiert, wie Identitätsarbeit zu einem konstruktiven Umgang mit Vergangenheit trotz anhaltendem gewaltsamen Konflikt beitragen kann.

Schlagworte
Palästinensische Flüchtlinge, Identitätsarbeit, Konflikttransformation, Vergangenheitsarbeit, kollektive Traumata, kollektive Identität