EAZ – Ethnographisch-Archäologische Zeitschrift


verfügbar bis Jahrgang 56

Ausgabe

52. Jahrgang, 2/2011

Wissenschaftsgeschichte der Archäologie: Ansätze, Methoden, Erkenntnispotenziale

Über Zeit und Archäologie

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Autor(en)

Manfred K. H. Eggert

Abstract

Im Mittelpunkt dieses Beitrages steht das Konzept der Zeit mit besonderer Berücksichtigung seiner Rolle in der Archäologie. Einleitend werden seine vielfältige Präsenz in Wendungen des alltäglichen Lebens und philosophische Überlegungen zum ›Wesen‹ von Zeit kommentiert. Durch die Berücksichtigung von B. Adams Time and Social Theory (1990) und besonders von N. Elias’ Über die Zeit (1988), aber auch durch verschiedene Arbeiten von R. Koselleck wird sodann eine vergleichende sozial- und geschichtswissenschaftliche Perspektive an die Zeitproblematik herangetragen. Daran schließt sich eine Erörterung der Th ematik »Archäologie und Zeit« an, die mit einer Betrachtung jener Zeitkonzepte eingeleitet wird, die von der Post-Prozessualen Archäologie inspiriert sind. Den Abschluss bilden Überlegungen zu den genuinen Möglichkeiten der Archäologie, das zeitliche Potential ihrer Quellen zu nutzen. Wie dieser Beitrag zeigt, ist das Nachdenken über die Zeitproblematik in der deutschsprachigen Archäologie nicht sehr ausgeprägt. Dieser Befund erstaunt nicht, da die Thematik komplex und theoretisch anspruchsvoll ist. Das zeigte sich nicht nur im allgemeinen, sondern auch im letzten, im engeren Sinn archäologischen Teil. In diesem letzten Teil wurde auf die Schwierigkeiten hingewiesen, mit denen die Archäologie in dem Augenblick konfrontiert ist, in dem sie die zeitliche Ordnung ihrer Quellen transzendieren und zu den Zeitkonzepten urgeschichtlicher Bevölkerungen vorstoßen will.
Schlüsselwörter: Zeitkonzept; Philosophie; Soziologie; Geschichtswissenschaft; Archäologie; Ur- und frühgeschichtliche Zeiterfahrung; Zeit der Archäologie

This paper is devoted to the concept of time with special attention to its role in archaeology. It starts with a consideration of its manifold presence in expressions of everday life and philosophical reflections on the nature of time. A sociologically inspired comparative perspective is being adopted in commenting on B. Adam’s Time and Social Theory (1990) and, more specifically, N. Elias’s Über die Zeit (1988) as well as various essays of R. Koselleck. This leads to a treatment of »Archaeology and Time« which begins with an analysis of time conceptions inspired by post-processual thinking. It is followed by an attempt to judge archaeology’s temporal potential on its genuine sources. As this contribution shows, the topic ›time‹ in both its general as well as its archaeological implications is rather neglected in German-speaking archaeology. Considering its intricacy and its rather demanding theoretical nature, this is hardly surprising. Both aspects were treated in the general and the more archaeological last part. In this latter part, attention was directed to the difficulties which arise as soon as archaeology wants to transcend the temporal ordering of its sources and proceed to conceptions of time once held by prehistoric people.
Keywords: Concept of Time; Philosophy; Sociology; History; Archaeology; Experience of Time in Pre- and Protohistory; Time of Archaeology


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