Mit: Mitteilungen der DGfE-Kommission Vergleichende und Internationale Erziehungswissenschaft

Ausgabe

36. Jahrgang, 1/2013

Globales Lernen und Bildung für nachhaltige Entwicklung

Überlegenheitsdenken fällt nicht vom Himmel.
Postkoloniale Perspektiven auf Globales Lernen und Bildung für nachhaltige Entwicklung

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Autor(en)

Chandra-Milena Danielzik

Abstract

Eine postkoloniale und rassismuskritisch inspirierte Analyseperspektive macht deutlich, dass historisch gewachsene (koloniale) Macht- und Herrschaftsverhältnisse in den Feldern Globales Lernen und Bildung für nachhaltige Entwicklung nicht grundlegend infrage gestellt werden. In ihrer aktuellen Ausrichtung tragen beide pädagogischen Handlungsfelder dadurch zur Stabilisierung von Ungleichheitsverhältnissen auf sozialer, politischer und ökonomischer Ebene, sowohl im Nord-Süd-Kontext als auch innerhalb der deutschen Migrationsgesellschaft, bei. Um einer Reproduktion von Machtasymmetrien entgegenzutreten, musste sowohl durch das ideologische Fundament, als auch durch die Materialien der universale Charakter europäischer Entwicklungsimperative dekonstruiert und dadurch Europa als Norm dezentralisiert werden. Das setzt den Willen voraus, ‚unter den eigenen Füßen zu graben‘, um einen aktiven Prozess des Verlernens des eigenen dominanten Wissens einzuleiten.
Schlüsselworte: Asymmetrische Globalität, Machtasymmetrie, Entwicklungsdiskurs, Globales Lernen, Postkolonialismus

When applying a postcolonial and critical racism perspective on Global Learning and Education for Sustainable Development, it becomes apparent that historically developed relations of power and domination are not fundamentally put into question – neither with regard to the German migration society nor with regard to the global context. Rather, both fields in its current orientation contribute to stabilising relations of inequality at the social, political and economic level. In order to fundamentally challenge, the reproduction of current power relations, the hegemonic concept of development needs to be radically deconstructed and hence decentralized. This requires the volition of ‘digging under once own feet’, in order to initiate an active process of unlearning one’s own dominant knowledge.
Keywords: Asymmetrical Globalization, Power Asymmetry, Global Learning, Education for Sustainable Development, Postcolonialism


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