Fabian DietrichMaike Lambrecht

Menschen arbeiten mit Menschen

Schulinspektion und die Hoffnung auf den zwanglosen Zwang der „besseren Evidenz“

Kurzlink: https://www.waxmann.com/artikelART100407

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Abstract

Im Konzept der evidenzbasierten Steuerung drückt sich einmal mehr die Hoffnung auf eine intentionale Gestaltbarkeit des Schulsystems aus. Die dezentrale Steuerung über empirische Evidenzen verspricht eine „Schulentwicklung durch Einsicht“ und damit eine Rationalisierung des Steuerungsprozesses: Inspektoren und Inspektorinnen sowie schulische Akteure sollen sich „auf Augenhöhe“ begegnen, und Schulentwicklung soll durch die rationale Auseinandersetzung mit „objektiven Fakten“ vorangetrieben werden. Fraglich ist jedoch, welcher Logik die evidenzbasierte Steuerung in der Praxis tatsächlich folgt. Am Beispiel der Schulinspektion wird gezeigt, dass der Evidenzbegriff auf der Ebene der Steuerungsprogrammatik sehr unterschiedlich ausgestaltet wird. Aus rekonstruktiver Perspektive zeigt sich, dass die evidenzbasierte Steuerung maßgeblich davon abhängt, inwieweit die durch die Schulinspektion erzeugten Evidenzen glaubhaft gemacht werden können. Damit ist nicht die Generierung, sondern die Vermittlung von Evidenzen die zentrale Strukturproblematik der Schulinspektionspraxis.

Schlagworte
Evidenz, Steuerung, Schulinspektion, Rekonstruktion